Wülfrath: Sorge um die deutsche Wirtschaft

Sommertour : Abgeordneter berichtet über Klima und Wirtschaft

Der CDU-Politiker Peter Beyer macht auf seiner Sommertour durch seinen Wahlkreis auch bei der Seniorenunion Halt.

Was beschäftigt Deutschland derzeit? Peter Beyer, CDU- Mitglied des Bundestages, berichtete auf seiner Sommertour genau zu dieser Fragestellung bei der Senioren-Union in Wülfrath.

 Als Einstiegsthema wählte der Christdemokrat die aktuelle Klima- debatte, die auch zum Ergebnis der vergangenen Europawahl geführt hat. „Es ist gut, dass wir uns nun intensiver mit dem Thema Umwelt und Klima beschäftigen.“ Dass ein Ausstieg aus Kohle und der Nuklearversorgung nicht bei allen Bürgern auf Zustimmung trifft, gab der Politiker allerdings zu bedenken. „Wir müssen einen Konsens zwischen allen Deutschen schaffen und uns natürlich auch fragen, was ein solcher Ausstieg den Steuerzahler kostet.“ Beyer, der in Heiligenhaus wohnhaft ist, sieht Deutschland bisher als Vorreiter in Sachen Klimaschutz.

Des Weiteren interessierten sich die Mitglieder der Senioren-Union für Außenpolitik. Beyer, der im Auswärtigen Ausschuss und im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union sitzt, konnte einen guten Querschnitt über Problematiken innerhalb Europas, aber auch über Amerika und die drohende Wirtschaftskrise schaffen. „Wir müssen Handelsbarrieren abbauen. Ein Ziel, welches derzeit durch stillgelegte Verhandlungen mit Amerika nicht in die Tat umgesetzt werden kann. An dieser Stelle muss sich auch Europa geschlossen präsentieren. Was wir derzeit ausstrahlen, ist Uneinigkeit und Schwäche“, ist sich Beyer sicher. Dass der Handelskrieg zwischen China und den USA bereits bei uns spürbare Auswirkungen hat und besonders die Automobilindustrie, die auch im Umkreis Wülfraths zu Genüge vertreten ist, von Zukunftssorgen geplagt ist, kann auch Peter Beyer in seinen Ausführungen nicht verherrlichen.

Der spürbare Rechtsruck, der seit den letzten Bundestagswahlen im Bundestag durch die AFD ein Gesicht bekommen hat, stellt für den Politiker ein Ärgernis dar. „Die Sprache im Bundestag hat sich verändert, der Ton wurde seitdem rauer.“ Auch hat es einen Bruch im freundschaftlichen Miteinander aller Parteien gegeben. Dass die CDU nicht nur als Zuhörer agieren darf, sondern klare Kante zeigen muss, daran appellierte Beyer auch an seine kommunalen Kollegen. „Und auch von unserer Parteispitze muss mehr als nur eine Rede kommen. Ich erwarte Substanz!“

Als Abschlussthema wählten die Mitglieder der Senioren-Union den bevorstehenden Brexit. Da die Briten bis heute keine Einigung erzielt haben, blickt Peter Beyer einem Chaos- Austritt (No Deal) entgegen. „Was dies für die Briten, aber auch für uns Europäer bedeutet, ist nicht gut. Es wird negative wirtschaftliche Aspekte mit sich ziehen und das Land von dem Zeitpunkt an in eine Abwärtsspirale befördern. Und wer profitiert von der Schwäche? Die Amerikaner, die das schwache England als neuen Handelspartner in die Knie zwingen wird.“

(taba)
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