Wülfrath: SGV geht auf Tour

Natur und Umwelt in Wülfrath : Im Gebirgsverein die Heimat erwandern

Regelmäßig geht der SGV auf Tour vor Ort. Die Umwelt zu erkunden, gehört bei den Wanderungen zum Programm.

Mittwoch und Samstag sind Wandertage. Jedenfalls beim Sauerländischen Gebirgsverein, kurz SGV genannt: „An den Mittwochsterminen machen wir kleinere Wanderungen, an den Samstagen finden längere Touren statt“, sagt Karin Römer. Sie muss es wissen, seit zehn Jahren ist sie Wanderführerin im Verein. Geht es mit ihr beispielsweise auf einen Marsch durchs Stinderbachtal, finden sich regelmäßig gerne Mitwanderer ein – und zwar egal, wie das Wetter auch ist. Viele ältere Marschierer nutzen das mittwochliche Angebot, auch, weil es kürzere Strecken sind, „die Jüngeren wandern dann eher samstags mit“, erklärt Pressewartin Bettina Clemens.

Um für viele attraktiv zu sein, versucht der SGV eine gute Mischung für alle zu finden: Lange Strecken, kurze Strecken, beliebte Runden in der Umgebung ebenso wie Ausflüge mit längerer Anfahrt gehören zum Programm. Viermal im Jahr setzen sich Vorstand und sechs Wanderführer zusammen, um neue Touren zu planen. „Wir haben das Glück, dass wir viele fitte Wanderführer bei uns in der Abteilung haben, die ganz verschiedene Wanderungen anbieten“, erzählt Clemens. Wie andere Vereine auch, macht sich ebenso beim SGV der demografische Wandel bemerkbar: die Mitglieder werden immer älter und übernehmen weniger aktive Rollen.

Als Wanderführer muss man nicht nur die Wege gut kennen, sondern Organisationstalent haben. „Dazu gehört zum Beispiel auch, die Anreise zu planen“, erzählt Wanderführerin Römer. Wer möchte, kann sich beim SGV auch spezialisieren, zum Beispiel als Wanderführer für Schulklassen oder als Gesundheitswanderführer. „Das ist toll, weil das Wandern dadurch noch eine neue Komponente bekommt“, berichtet Römer. „Beim Gesundheitswandern absolvieren die Teilnehmer Übungen in der Gruppe. Die aktivieren Körper und Kopf.“

Generell gilt bei den SGVlern die Überzeugung, dass Wandern alle Altersklassen fit und gesund hält. „Außerdem lernt man die Umgebung ganz anders kennen“, sagt Wolfgang Ehrlich. Er ist seit 15 Jahren Vereinsmitglied und gleich in drei Ortsgruppen aktiv. „Letztens sind wir beispielsweise eine Etappe des Westfalenwanderwegs gelaufen, entlang an alten Industrie-denkmälern. Das war sehr beeindruckend.“

Dass momentan kaum junge Wanderer nachrücken, liegt nach Ehrlichs Auffassung auch an der veränderten Freizeitgestaltung. „Ich denke, dass viele mit der Vereinsstruktur nicht mehr so viel anfangen können, weil das eben auch bürokratisch ist.“ Er selbst habe vor seinem Eintritt auch gezögert, ob so ein Wanderverein nicht zu steif sei. Diese Sorge habe sich dann aber gar nicht bestätigt. „In der Gruppe zu wandern, macht viel mehr Spaß und motiviert“, sagt auch Clemens, die mit 49 Jahren aktuell zu den jüngeren Mitgliedern zählt. Außerdem leiste man als SGV-Mitglied einen wichtigen Beitrag dazu, die Wanderwege zu erhalten. Der SGV überprüft die Wege nämlich in regelmäßigen Abständen und ist auch für die Kennzeichnung zuständig.

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