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Wülfrath: Seniorensicherheit - Heide Franke ist ein Sicherheits-„Ass“

Senioren beraten Senioren zum Thema Sicherheit in Wülfrath : Heide Franke ist ein Sicherheits-„Ass“

Als Senioren-Sicherheitsberaterin möchte die Wülfratherin andere Ältere vor Trickbetrügern schützen.

Enkel-Trick, Wasser-Trick, Handwerker-Trick. Trickbetrüger, die vor allem ältere Menschen um ihr – oft mühsam erspartes – Geld bringen wollen, gibt es überall. Und sie entwickeln Dank nicht versiegen wollender krimineller Energie offensichtlich immer wieder neue Ideen.

Wie man sich vor Trickbetrug und Diebstahl schützen kann, das möchte Heide Franke zusammen mit den anderen neun Wülfrather Senioren-Sicherheitsberatern in Vorträgen und Beratungen vermitteln. Sie und ihr Kollege Horst Löhberg sind erst seit Januar dabei. „Ich weiß noch gar nicht genau, was auf mich zukommt. Die anderen Seniorenberater machen das schon länger, das Aktionsbündnis Seniorensicherheit gibt es in Wülfrath seit 2013“, erzählt sie.

Neue „Asse“, wie sich die ehrenamtlichen Mitarbeiter kurz und knackig nennen, werden bei der Kreispolizei ausgebildet, bevor sie ihren Job antreten. „Wir hatten eine eintägige Schulung, die war sehr interessant“, erzählt Franke, die früher als Sporttherapeutin im Alten- und Krankensport tätig war und jetzt auch bei der Tafel und beim Trägerverein des Niederbergischen Museums ehrenamtlich aktiv ist. Unendlich viele Beispiele dafür, wie Verbrecher und Ganoven die Menschen betrügen, fallen ihr ein: „Das fängt damit an, dass Menschen an der Haustür behaupten, sie seien von der Sparkasse und müssten die EC-Karte kontrollieren, andere geben sich als Handwerker aus und verlangen Geld für mehr als mangelhaft durchgeführte Reparaturen, Schwangere fragen nach einem Glas Wasser und der Komplize gelangt ungesehen ins Haus, wenn man den Wunsch erfüllt.“ Auch Kriminelle, die einen umarmen und dabei eine wertvolle Kette klauen, gibt es - die Kreativität der Verbrecher scheint keine Grenzen zu kennen. „Manche geben sich auch als Polizisten aus und setzen die Betroffenen damit unter Druck, dass sie der Polizei helfen müssen“, berichtet Heide Franke, die inzwischen weiß, wie man sich verhalten muss: „Unbedingt den Dienstausweis zeigen lassen und selbst bei der Polizei anrufen und nachfragen.“ Wichtig sei auch, niemand ins Haus zu lassen. „Auch wenn es unhöflich erscheint – bei der Frage nach einem Glas Wasser die Tür zumachen und das Getränk holen“, empfiehlt sie.

Sie selbst ist eher durch Zufall zu den „Assen“ gestoßen. „Eine Bekannte meinte, das könne doch was für mich sein.“ Und da sie selbst entscheiden kann, wie oft sie sich engagiere, habe sie zugesagt. Denn schließlich brauche sie auch Zeit für die anderen Ehrenämter und ihre fünf Enkelkinder. „Als Rentner wollen wir nicht jeden Tag Termine haben“, ergänzt Ehemann Heinz Franke, aber ich halte meiner Frau den Rücken frei, wenn sie allein unterwegs ist“, sagt er lächelnd. „Es ist mir ein Anliegen, andere davor zu bewahren, auf Betrug hereinzufallen“, betont Heide Franke ihre Intention. Vor allem Ältere seien „leider oft sehr gutgläubig“.

Zielgruppe der „Asse“ seien Vereine und andere Institutionen: „Ich werde erstmal bei Bekannten anfangen, zum Beispiel in der Gemeinde oder bei der Tafel“, ist ihre Idee. „Ich denke, dass mir die Arbeit viel Spaß machen wird - nur vor ganz großen Gruppen möchte ich nicht sprechen.  Natürlich seien Einbruch und Diebstahl sowie Verhalten im Straßenverkehr auch Themen ihrer Arbeit, aber „das größte Thema ist der Trickbetrug“, meint sie. Dennoch hat sie natürlich ein paar Tipps parat, wie sich ältere Menschen vor Unfällen schützen können. „Helle Kleidung mit Leuchtstreifen hilft, und natürlich muss man an einer Ampel oder am Zebrastreifen die Straße überqueren – da überschätzen sich viele.