Wülfrath: Sekundarschule schließt Kooperationsvertrag mit Niederbergischem Museum

Schuljahr 2019/2020 : Sekundarschule kooperiert mit Museum

Die benachbarten Einrichtungen wollen voneinander profitieren. Schüler sollen ihre Heimat besser kennenlernen.

Die Sekundarschule „Schule am Berg“ will künftig enger mit dem benachbarten Niederbergischen Museum zusammenarbeiten. Jeder Jahrgang soll etwa einmal im Jahr die Ausstellungen besuchen. Dadurch soll der Unterricht lebendiger gestaltet werden. Auch eine Arbeitsgemeinschaft Museum soll es geben.

Das Niederbergische Museum an der Bergstraße 22 wird durch einen Trägerverein betrieben, Eigentümerin ist die Stadt. Mehr als 70 Ehrenamtliche sind bemüht, den Museumsbetrieb am Laufen zu halten. „Was fehlt, ist jedoch der Nachwuchs“, beklagt Eberhard Tiso, erster Vorsitzender des Trägervereins. Tiso stellt zudem fest, dass insbesondere junge Wülfrather nicht mehr so fest mit ihrer Heimat verwurzelt sind, viele verlassen die Stadt nach ihrer Schulzeit: „Die Verbindung mit der Stadt wird weniger.“ Auch die Lehrer, die in Wülfrath unterrichteten, stammten nicht immer aus der Kalkstadt und sind daher weniger mit der Historie vertraut. So entstand die Idee, offensiv auf die Schulen zuzugehen und um Zusammenarbeit zu bitten. Daraus erwuchs eine Kooperation mit der Sekundarschule ab dem 1. August. Noch vor Ablauf des Schuljahrs 2018/2019 wurde der Vertrag jetzt im Niederbergischen Museum unterzeichnet.

 „Wir haben ein riesen Glück, dass das Museum in direkter Nachbarschaft liegt“, sagt Schulleiter Reto Stein. „Wir wollen, dass die Geschichte für die Schüler erlebbar gemacht wird.“ Mit der Fachschaft Erdkunde und Geschichte hätte man bereits Ideen gesammelt, wie man das Museum mit seinen Ausstellungen in das Curriculum integrieren könne. „In der Klasse 5 bietet es sich zum Beispiel an, Fossilien zu gucken. In den Klassen 6 und 7 spielt die Landwirtschaft eine große Rolle, in der Klasse 9 die Industrialisierung. Das alles bietet das Niederbergische Museum“, erklärt Stein. Die Kooperationsvereinbarung beinhaltet auch, dass die Klassen Führungen durch das Museum erhalten. Jochen Becker, Fachschaftsvorsitzender für Geschichte ergänzt: „Wir wollen die Schule für neue Methoden öffnen und neue Lernorte entdecken.“

Reto Stein und Jochen Becker, die beide Geschichte studiert haben, versprechen sich davon eine hohe Schülermotivation. Wie genau die Arbeit mit dem Museum in Unterricht und Projektarbeit einfließt, das wird konkret mit den einzelnen Fachkonferenzen im neuen Schuljahr systematisiert.

Zusätzlich zu der Gestaltung des Unterrichts in den jeweiligen Jahrgangsstufen soll die „Arbeitsgemeinschaft Museum“ gegründet werden, in der die Sekundarschüler beispielsweise mit Exponaten arbeiten, aber auch die Museumsarbeit kennenlernen und vielleicht auch bei Führungen mithelfen können.

Grundsätzlich ist der Eintritt ins Museum für Jedermann kostenlos. Der Trägerverein finanziert sich durch Spenden und über die Bergische Kaffeetafel, die samt Führung, nach Anmeldung angeboten wird. Um dem Museum dennoch ein Zeichen der Wertschätzung zu geben, will die Schule, die Museumsbesuche  vergüten - mit 50 Cent pro Schüler.

Auch bei der Bergischen Kaffeetafel hält es Karin Fritsche, Geschäftsführerin des Trägervereins, für denkbar, dass dort die Schüler mit eingebunden werden könnten.

(isf)
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