Wülfrath: Schüler erkunden auf Parcours den Wald

Wülfrath: Fühl mal, was da krabbelt

Bei den Waldjugendspielen wird Schülern der Lebensraum Wald mit seinen Bewohnern näher gebracht. Auf einem Parcours rund um den Schlupkothener Bruch wird das Wissen über Natur und Umwelt spielerisch erweitert.

Cleo verzieht leicht das Gesicht, als sie in eine der vier Holzkisten greift und ertasten soll, was sich darin befindet. Etwas später erklärt sie, es sei recht einfach gewesen, Tannenzapfen oder Schneckenhäuser zu ertasten. Das ist die erste Aufgabe, die sich den Grundschülern der Lindenschule Klasse 4b auf ihrem Parcours stellt. Als Team müssen sie sich mit anderen Klassen messen, auch wenn eigentlich der Spaß vorrangig ist.

Die Waldjugendspiele (WJS) werden seit 2011 jährlich vom Hegering Wülfrath organisiert und richten sich an die vierten Klassen der Wülfrather Schulen. Rund 260 Schüler machen in diesem Jahr mit. Gestartet wird am Zeittunnel. „Uns ist es ein großes Anliegen, dass die Kinder verstehen, dass alles in der Natur zusammenhängt“, sagt Axel Zobel vom Hegering, der auch Obmann für Naturschutz und den Lernort Natur ist.

Sie sollen während des Parcours rund um den Schhlupkothener Bruch das Wissen über Natur und Umwelt spielerisch erweitern und die Sinne schärfen. Zudem will der Hegering vermitteln, dass ein Jäger nicht nur da ist, um im Wald zu schießen – gegen dieses Image will er angehen. Vorrangig sei es Aufgabe des Jägers, die Natur zu schützen.

Etwas schwieriger als das Tasten am Anfang ist für viele Schüler die dritte Station. Eierlaufen kennt zwar jeder von Kindergeburtstagen, bei den Waldjugendspielen wird das beliebte Geschicklichkeitsspiel aber leicht abgewandelt: Statt Eier sind es Zapfen, die auf Astgabeln balanciert werden müssen. In Gemeinschaftsarbeit müssen die Kinder innerhalb von drei Minuten möglichst viele Waldfrüchte von einem Korb auf gerader Strecke bis ins Ziel bringen.

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Die Schüler der 4b der Lindenschule feuern sich gegenseitig an: „Sara, Sara, Roland, Jessi.“ Während Cleo kurz vor dem Ziel der Zapfen vom Stöckchen fällt, gelangt Sara mit einem ins Ziel. Am Ende kommt das Team auf eine Gesamtzahl von acht und lernt vom Jäger, dass die Zapfen von einer Fichte stammen. Im Unterschied zum Nadelbaum Tanne picksen die Fichtennadeln.

Auf dem weiteren Programm stehen unter anderem ein Grasski-Rennen, ein Waldkonzert und Pflanzenkunde. Tayler findet den Tag im Wald toll, denn auch in der Freizeit verbringt er dort viel Zeit, vor allem, wenn er mit seinen Hunden spazieren geht. „Ich habe sogar schon mal ein Reh und einen Fuchs gesehen, doch die sind schnell weggelaufen“, erzählt der Junge, der die Klasse 4c der Lindenschule besucht.

 Nach nur zwei Stunden kehrt die erste Klasse von ihrem Parcours zurück. Die 4a der Grundschule Ellenbeck war laut Jäger Axel Zobel „super schnell“. Der Parcours ist eigentlich für drei Stunden angesetzt. Doch die Gruppe hatte offenbar mit den meisten Aufgaben wenige Probleme.

„Nur das Laufen auf Holzskiern im Gras war etwas schwierig“, erzählt ein Junge. Das Team hat am Ende 70 von 85 Punkten erreicht und bekommt dafür eine Medaille, die voller Stolz entgegengenommen wird.

(isf)
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