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Wülfrath: Sanierung der evangelsichen friedhosfkapelle abgeschlossen

Kirchengebäude in Wülfrath : Klassizistische Fassade ziert die Kapelle

Für 150.000 Euro wurde die kleine Kirche der reformierten evangelischen Gemeinde an der Mittelstraße saniert.

Pünktlich zum Gedenkgottesdienst an Totensonntag kann die Friedhofskappelle der evangelisch reformierten Kirchengemeinde an der Mittelstraße wieder in Betrieb genommen werden. An einigen Fassadenteilen fehlt zwar der letzte Farbantrich und rund ums Gebäude müssen allerlei Aufhübschungsarbeiten erledigt werden. Das Bauwerk selbst aber schaut beeindruckend aus, denn es hat seine klassizistische Fassade zurückbekommen.

Ein „Alleinstellungsmerkmal in Wülfrath“, wie Architekt Bernd Rainer Gebauer bemerkt. „Wir haben die Kapelle aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt“, fügt er hinzu. Ursprünglich war er von Baukirchenmeister Manfred Hoffmann nur beauftragt worden, das Dach zu reparieren sowie die Risse in den Wänden zu beheben, Asbest zu entfernen und den Bau zu ertüchtigen. Nachdem ordnungsgemäß eingerüstet wurde und die Asbest-Teile entfernt waren, offenbarte sich, wie marode das Gebäude tatsächlich ist: es war einsturzgefährdet. „Es kam zum Baustellenstillstand, denn formal musste neu geplant und die Kosten kalkuliert werden“, erklären Baukirchenmeister und Architekt.

Ursprünglich waren für die Reparaturmaßnahmen etwa 75.000 Euro veranschlagt worden, durch die Rekonstruktion der klassizistischen Fassade haben sich die Kosten dann verdoppelt. Die in der Geschichte des Gebäudes zweite größere Renovierung der Friedhofskapelle umfasste nun nämlich die Verbesserung der statischen Stabilität, eine neue Dacheindeckung mit Zink sowie die Herstellung der ursprünglichen Fassade, bei der die Herausarbeitung klassizistischer Elemente, mit Putzstruktur und weißer Oberfläche wesentliche Merkmale sind, wie Manfred Hoffmann aufzählt.

Darüber hinaus wurden neue Entwässerungsverbindungen geschaffen. „Die Entwässerung war ebenfalls kaputt“, erklärt der Architekt, „sie unterspülte die Fundamente“. Das Grab Karl Altgelt, 1898 verstorbener „Pfarrer zu Wülfrath“, wie auf seinem Grabstein zu lesen ist, konnte so beispielsweise gerettet werden. Auch neu ist der gläserne Eingangsbereich mit moderner Technik, die ein geräuschloses Öffnen und Schließen der Tür ermöglicht. Durchs Glas fällt wesentlich mehr Licht, sodass die Kapelle nun auch heller ist. Die Mikrofonanlage muss noch ertüchtigt werden.

„Die größte Herausforderung war Handwerker zu finden, die die anstehenden Arbeiten fachgerecht ausführen konnten“, resümiert Architekt Bernd Rainer Gebauer. Dass trotzdem das Bauprojekt quasi auf den Punkt genau – Totensonntag – fertig ist, „obwohl das Wetter nicht immer mitgespielt hat“, wie Manfred Hoffmann bemerkt, freut alle Beteiligten. Die Bautätigkeiten in der evangelisch reformierten Kirchengemeinde sind damit nicht abgeschlossen. Im kommenden Sommer soll der zweite Bauabschnitt am Hundertwasser-Kindergarten vorgenommen werden. Nachdem 2019 die roten Türme ertüchtigt wurden, steht nun die Restfläche an.