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Wülfrath: Roger Szielenkewitz hört bei Kalkstadt Narren auf

Brauchtum in Wülfrath : Roger Szielenkewitz führt zum letzten Mal die Kalkstadt Narren

Auch in Wülfrath wird die Fünfte Jahreszeit ausgelassen gefeiert.

Vorneweg, statt bloß dabei. Ein letztes Mal führt Roger Szielenkewitz seine Kalkstadt Narren durch die heißeste Phase der Fünften Jahreszeit. Am Aschermittwoch ist für den 1. Vorsitzenden dann alles vorbei. Er wird sich im Frühling nicht mehr beim KSN zur Wahl aufstellen lassen.

Bestens gelaunt und mit Vorfreude auf die jetzt bevorstehenden Termin will der oberste KSner nun die Sessionshöhepunkte genießen. Mit dem Sturm auf die Kreissparkasse an Weiberfastnacht ab 16.11 Uhr wird unter dem Motto ‚Janz Jeck!‘ die Partyzeit eingeläutet. Karten dafür gibt es in den Filialen der Sparkasse, sie kosten fünf Euro inklusive dreier Getränkemarken. „Zwei Euro davon werden stets gespendet für einen kinderfreundlichen und wohltätigen Zweck“, berichtet der KSN-Vorstand. Für gewöhnlich kommt eine hübsche vierstellige Summe zusammen. Im vergangenen Jahr hat davon die Kindertagesstätte „Farbenfroh“ ihren Außenbereich verschönern können. Auch die Jugendfeuerwehr und die Parkschule wurden in der Vergangenheit bedacht. Zum zweistündigen Programm werden die Rheinfanfaren aus Düsseldorf und die Bergpiraten, die von der falschen Rheinseite übersetzen werden, sowie die emsige Kindertanzgarde und die amtierende Kinderprinzessin Danielle l. der KSN auftreten.

Bereits seit dem Jahreswechsel ausverkauft ist die Prunksitzung der KSN, die am 21.Februar ab 19.11 Uhr über die Bühne des Paul-Ludowigs-Hauses geht. Die 400 Tickets gingen weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln. Eine Warteliste wurde inzwischen eingerichtet, um zurückgegebene Karten noch an Wartende zu bringen.

„Und wir brauchen dringend noch Teilnehmer– ob als Fußtruppe oder auf einem Wagen - für den Rosenmontagszug“, ruft Roger Szielenkewitz zum Mitmachen auf. Der Lindwurmzug wird am 24. Februar ab 15.11 Uhr durch Rhodenhaus kriechen. Angemeldet sind derzeit 20 Gruppen. Im vergangenen Jahr waren es 24 Zugnummern. Leider sei auch nur eine der sonst üblichen zwei Musikcombos dabei, seufzt Szielenkewitz: „Wir geben wieder ein Starterpaket mit Kamelle für jede Teilnehmercrew aus.“ Interessenten sollten sich am besten bis eine Woche vor Rosenmontag, allerspätestens am Tag vor dem Zug, anmelden.

Eine Reihe von Gründen hat Szielenkewitz, der 35 Jahre Mitglied ist, vor einigen Jahren zunächst Stellvertreter, dann Geschäftsführer wurde, bewogen, für kein Vorstandsamt mehr zu kandidieren. Eine neue Arbeitsstelle und familiäre Aufgaben sind zwei davon. „Ich bin nicht traurig. Wenn auch nicht für mich als Vorsitzenden, für den KSN wird es auf jeden Fall gut weitergehen“, schätzt der Obernarr die Lage ein. Ein harter Kern von etwa zwanzig der insgesamt neunzig Mitglieder engagieren sich über das ganze Jahr, um die lustigen KSN-Veranstaltungen zu stemmen. „Einige mehr packen noch zu den dollen Tagen mit an. Und wenn es mal nur darum geht, die Blutwurst zu schneiden“, berichtet Szielenkewitz aus dem Vereinsleben.

Die Planung für die nächste Session läuft bereits an. Gesucht wird wieder ein neues Kinderprinzenpaar, so wie es seit der Narrengründung im Jahr 1984 bis zur aktuellen Session gewesen ist. Die Höhepunkte in dessen Amtszeit dürften der Besuch bei dem befreundeten Karnevalsverein in Utrecht, die offene Fahrt im Cabrio beim Rosenmontagszug, das Treffen der jungen Prinzenpaare aus der Region und die beliebte Tour durch die lokalen Seniorenresidenzen werden.