Wülfrath: Räuber überfallen älteres Ehepaar

Wülfrath: Überfall in Wülfrath: Fahndung dauert an

Von einem „schweren Raub“ spricht die Kreispolizei. Ein 78-Jähriger und seine Frau (74) wurden bedroht.

Es ist ruhig am gestrigen Sonntag in der Straße „In den Eschen“. In den Fenstern der Häuser leuchten weihnachtliche Lichter, „Willkommen“ verkündet ein mit Herzen und Sternen verziertes Schild an einer Haustüre. Nichts weist auf den Überfall hin, der sich in dem gutbürgerlichen Wülfrather Viertel am Freitagabend ereignet hat: Wie die Polizei berichtet, wurde gegen 17 Uhr ein älteres Ehepaar von noch unbekannten Tätern überfallen. Ein 78-jähriger Wülfrather hatte offenbar seine Haustüre geöffnet und wurde dann von zwei Männern hinein gedrängt. Sie drohten, Pfefferspray gegen den Mann und seine 74-jährige Ehefrau einzusetzen, und forderten die Herausgabe von Bargeld und Wertsachen.

Das wirkte: Die Täter verließen das Haus mit Beute. Ihr Gesamtwert liegt nach Angaben der Kreispolizei Mettmann im vierstelligen Bereich. Die Geschädigten standen sichtlich unter Schock, blieben aber ansonsten unverletzt. Wie die Polizei auf Nachfrage mitteilte, wurden beide nach der Tat von einem Notarzt untersucht. Auch ein Rettungswagen war vor Ort. Ein Krankenhausaufenthalt blieb dem Ehepaar indes erspart. Die Polizei leitete umgehend eine Fahndung ein, konnte die Täter aber bislang nicht festnehmen. Auch gestern dauerte die Fahndung noch an.

Im Viertel hat die Tat ein mulmiges Gefühl bei den Anwohnern hinterlassen. Das große Aufgebot an Streifenwagen und Polizisten noch am Freitagabend hat sich schnell herumgesprochen. „Es waren viele Polizisten da. Die waren sehr nett und haben sich sehr bemüht“, berichtet die Inhaberin eines Blumenladens in Nähe des Tatorts. Von dem Überfall selbst hat sie hingegen nichts mitbekommen.

Das geht auch vielen anderen Nachbarn so. Sie wirken erschrocken, nehmen am Schicksal des älteren Ehepaars Anteil. „Mein Gott, das ist ja schlimm“, sagt eine junge Frau. „Da war so viel Polizei, aber ich habe nicht gewusst, warum“, sagt sie. Auch zwei Passanten, die in der Nähe spazieren gehen, sind betroffen. „Das waren ein paar Idioten, die sonst nichts zu tun haben“, schimpft der Mann. Und die Frau gibt sich nachdenklich: „Klar hat man jetzt Angst. So etwas kann ja immer wieder passieren.“ Nachdenklich gibt sich auch ein älterer Passant: „Ich bin unsicher geworden. Ich denke, dass man die Türe nicht mehr einfach so aufmachen sollte“, sagt der 67-Jährige.

Die Polizei hofft nun auf Zeugenhinweise: Einer der beiden Männer war zwischen 20 und 25 Jahre alt, zwischen 1,80 und 1,85 Meter groß und muskulös. Er trug einen schwarzen Vollbart und hatte ein osteuropäisches oder südost-europäisches Erscheinungsbild. Er sprach deutsch mit leichtem Akzent und war bekleidet mit einer schwarzen Hose und einer schwarzen Jacke mit Kapuze. Der zweite Täter war zwischen 20 und 25 Jahre alt, etwa 1,75 Meter groß, schlank bis muskulös. Er hatte dunkles Haar, sprach deutsch ohne Akzent und war bekleidet mit einer schwarzen Hose, einer schwarzen Jacke ohne Kapuze und einer flachen Mütze.

Zeugen des Vorfalls, die zu dem Überfall in Wülfrath am Freitag gegen 17 Uhr sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit der Polizei in Velbert unter Telefon 02104 982-6110 in Verbindung zu setzen.

Mehr von RP ONLINE