1. NRW
  2. Städte
  3. Wülfrath

Wülfrath: Programm Weltfrauentag

Nur über Gleichstellung zu sprechen, reicht nicht : Wülfraths Beitrag zum Weltfrauentag

Am 8. März wird weltweit der Frauentag zelebriert. Die Gleichstellungsbeauftragte Gudula Kohn über wichtige Ziele des Termins.

Anlässlich des „Internationalen Tag der Frauen“ am Sonntag, 8. März, lädt das Wülfrather Frauennetzwerk zum Frauenfrühstück mit Lesung ins EDB an die Schulstraße 7 ein. An diesem Tag wird weltweit unter dem Motto „Jede*r für Gleichberechtigung“ auf Frauenrechte und Gleichstellung der Geschlechter aufmerksam gemacht. In Berlin ist der „Weltfrauentag“ sogar seit vergangenem Jahr ein gesetzlicher Feiertag. Der Tag soll die bisherigen Errungenschaften der Frauenrechtsbewegung feiern, Aufmerksamkeit für bestehende Diskriminierung schaffen und dazu motivieren, sich selbst für eine Gleichstellung von Mann und Frau einzusetzen.

Für die städtische Gleichstellungsbeauftragte und Mitorganisatorin des Frauenfrühstücks, Gudula Kohn, steht fest: „Es stimmt zwar, dass seit Einführung des Frauenwahlrechtes vieles für die Gleichstellung von Frauen und Männern erreicht worden ist, aber es bleibt noch viel zu tun.“ Gute Gleichstellungsarbeit geht laut Kohn nur gemeinsam. In Zusammenarbeit mit dem Frauennetzwerk wurden daher gemeinsame Veranstaltungen geplant. „Die Angebote zielen darauf ab, Frauenaktivitäten in Wülfrath sichtbar zu machen, Kontakte untereinander zu fördern, Frauenpositionen in allen Lebensbereichen zu stärken und Wege zur Gleichberechtigung zu ebnen“, erklärt Kohn.

Frauen machen gegenwärtig statistisch gesehen mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland aus. Ihre Stimme wird  - nicht nur deshalb - gesellschaftlich immer lauter und wichtiger, ist deutlicher zu hören. Man denke nur an die „metoo“-Bewegung oder weibliche Anführerinnen wie die junge Klimaaktivistin Greta Thunberg oder die deutsche Flüchtlingsretterin Carola Rakete. Der Ruf nach einem gesetzlich festgeschriebenen Frauenanteil in Führungspositionen oder die gleiche Entlohnung von Frau und Mann bei gleicher Arbeit wird zudem immer zentraler und aktuell politisch kontrovers diskutiert.

Kohn erinnert an die Anfänge der Gleichberechtigung, die aus den drei historischen Wellen der  Frauenbewegung ab der Aufklärung bis zum späten 20. Jahrhundert herrühren. „Im Jahr 2020 schauen wir auf wichtige Meilensteine auf dem Weg zur Gleichberechtigung zurück: Seit 109 Jahren gibt es den „Internationalen Frauentag“, es ist das 101. Jahr des Frauenwahlrechts in Deutschland, seit 71 Jahren steht der Gleichstellungsartikel in unserem Grundgesetz und seit 61 Jahren gibt es das Gleichberechtigungsgesetz“, sagt Kohn.

Dennoch ist in vielen Bereichen der Gesellschaft, Wirtschaft und Politik die Gleichstellung der Geschlechter noch (zu) wenig umgesetzt. So auch in der Wülfrather Lokalpolitik, findet Kohn. Eine wesentliche Forderung des Wülfrather Frauennetzwerkes ist nach wie vor, dass der Anteil von Frauen im Stadtrat wesentlich erhöht wird. „Im Stadtrat sind derzeit nur sieben von 34 Ratssitzen von Frauen besetzt, obwohl knapp über die Hälfte der Wülfrather Bevölkerung weiblich ist“, erklärt Kohn. Sie will dagegen steuern: „Eine gleichberechtigte Beteiligung von Frauen und die geschlechterparitätische Besetzung aller Ämter und Mandate auf allen Entscheidungsebenen ist längst überfällig.“ Passend dazu ruft das Frauennetzwerk die Parteien und die Wählergemeinschaft in Wülfrath zur paritätischen Besetzung der Wahllisten zur Kommunalwahl auf.

Die Gleichstellungsbeauftragte sieht generell eine Verwirklichung der Chancengleichheit und gleichberechtigter Teilhabe von Frauen im Erwerbsleben sowie an politischen Entscheidungsprozessen nur dann gegeben, wenn „gleicher Lohn für gleiche und gleichwertige Arbeit“ bezahlt werde. Daneben spricht sie „von flexiblen Arbeitszeitmodellen, einer besseren Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Pflege sowie gleichen Karrierechancen für Männer und Frauen“.  Ebenso müsse es „mehr Frauen in Führungspositionen“ geben.