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Wülfrath: Polizei will Senioren sensibilisieren

Wülfrath : Polizei will ältere Menschen sensibilisieren

Teil der Aktionswoche gegen „falsche Polizeibeamte“ sind auch zwei Info-Mobile. Am Dienstag ging es los auf dem Heumarkt.

Eigentlich scheint die perfide Betrugsmasche längst bekannt zu sein: Angebliche Polizisten rufen gezielt ältere Menschen an, setzen sie unter Druck, fordern Bargeld oder andere Wertsachen. Über ausländische Telefonanbieter sind die Täter sogar in der Lage, jede beliebige Rufnummer im Display des Angerufenen einzublenden: Darunter auch die 110 mit einer Ortsvorwahl.

Insbesondere Anfang des Jahres waren die Fälle mit sogenannten „Falschen Polizisten“ kreisweit nach oben geschnellt.  Die Kreispolizeibehörde Mettmann verzeichnete in den ersten fünf Monaten des Jahres mehr als 1000 Versuche und sechs vollendete Taten. Mit der Aktionswoche gegen Falsche Polizeibeamte, die am Montag in Wülfrath gestartet ist, will sie dem gegensteuern.

Während uniformierte Beamte seit Montag bis einschließlich Freitag im Stadtgebiet gezielt ältere Menschen zu Hause aufsuchen, gab es  am Dienstag auf dem Vorplatz der Kreissparkasse in Nähe des Heumarkts ein Info-Mobil, um Besucher über die Schwerpunkt-Aktion zu informieren. Verstärkung erhielten die Polizisten von Landrat Thomas Hendele und den Wülfrather Sicherheitsberatern des Aktionsbündnisses Seniorensicherheit („ASS!“).

  • Ein Telefonhörer ist vor einem Plakat
    Aktion im Kreis Mettmann : Polizeibeamte klären ältere Menschen über Betrugsmasche auf
  • Bereits 2017 warnte die Polizei mit
    Kamp-Lintfort : Falsche Polizisten wollen Rentner abzocken
  • Im Gespräch mit einem Bürger: Helli-Brigitte
    Ratingen : Falsche Polizisten: Masche zieht weite Kreise

„Häufig läuft es so ab, dass Senioren von Betrügern angerufen werden und ihnen erklärt wird, dass es in ihrer Nachbarschaft einen Einbruch gegeben habe“, berichtete der Leitende Polizeidirektor Manfred Frorath. Da der angerufene Senior als potentielles Opfer gilt, solle er seine Wertsachen schützen und der Polizei geben. Auch wenn die Betrüger auf immer neuere technische Mittel zurückgreifen, bleibe die Masche im Kern aber gleich.

„Seit März sind es weniger Fälle geworden“, erläuterte Landrat Thomas Hendele am Dienstag. „Durch unsere Aufklärung und die Medien haben wir viele Menschen sensibilisiert, aber wir werden auch nicht über Jahre hinweg diesen Aufwand betreiben können.“ Dass sich die Trickbetrüger trotz der Aufklärungsarbeit der Polizei  nicht abschrecken lassen und es immer wieder bei älteren Menschen versuchen, belegen aktuelle Fälle. „Allein in Ratingen wurden uns am Montag 20 Fälle dieser Betrugsmasche gemeldet“, erklärte Frorath „In allen Fällen blies es jedoch beim Versuch.“ Die Dunkelziffer der Betrugsversuche wird von der Polizei jedoch deutlich höher geschätzt, denn nicht alle Senioren erstatten Anzeige. „Es gibt auch mehr vollendete Taten als wir wissen“ mutmaßt Hendele.

Das Aktionsbündnis Seniorensicherheit ist seit mehr als zehn Jahren fester Bestandteil der verkehrs- und kriminalpolizeilichen Präventionsarbeiten in allen zehn Städten des Kreis Mettmanns. Friedrich Wilhelm Vogel ist dort mittlerweile seit fünf Jahren ehrenamtlich tätig und versucht andere Senioren in Wülfrath zu sensibilisieren.  „Viele sagen, ich hab davon schon gehört“, berichtet Vogel. „Den meisten sind aber die Maschen nicht bekannt oder die technischen Mittel der Täter.“ Als eine ältere Dame von einem der Seniorenberater am Heumarkt angesprochen wird, erklärt sie: „Ich lasse niemanden in meine Wohnung und irgendwelche Abwicklungen am Telefon mache ich schon gar nicht.“

Ein weiterer Infostand der Polizei zum Thema „Falsche Polizeibeamte“ steht am Donnerstag, 25. Juli, von 9 bis 13 Uhr auf dem Real-Parkplatz an der Fliethe.

(isf)