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Wülfrath: Polizei warnt vor Betrügern am Telefon

Trickbetrug : Polizei warnt vor Betrügern am Telefon

Zurzeit geben sich im Kreis Mettmann unbekannte Täter vor allem als Polizisten aus. Die Tricks sind dreist.

Sie versuchen, Vertrauen zu erschleichen und üben gleichzeitig massiven Druck aus. Und nicht selten haben sie Erfolg damit: Die Polizei warnt permanent vor Trickbetrügern, die in allen kreisangehörigen Städten zurzeit ihr Unwesen treiben. So registrierte die Polizei am vergangenen Mittwoch wieder eine Vielzahl solcher Anrufe falscher Polizeibeamter und vermeintlicher Enkel und Senioren. Glücklicherweise kam es diesmal zu keinen Schäden, heißt es von der Kreispolizeibehörde Mettmann. „Täglich verzeichnen wir 20 bis 50 Meldungen zu dieser Art von Trickbetrug“, berichtet Ulrich Löhe, Sprecher der Kreispolizei. Allerdings geht er von einer „ganz hohen Dunkelziffer“ aus, da sich nicht alle Angerufenen – und auch nicht alle Opfer – bei der Polizei melden. Auch in Wülfrath waren die unbekannten Täter bereits aktiv. Opfer wurde unter anderem eine 87 Jahre alte Frau, die einen Anruf ihres angeblichen Enkels erhielt, der im Telefonat von drückenden Schulden berichtete. Die Frau hob ihre Ersparnisse bei der Bank ab und übergab einer Botin 12.000 Euro Bargeld und Schmuck. Erst eine Stunde nach der Tat fiel der Betrug auf und die Polizei erhielt Kenntnis von dem Fall. Nach Angaben von Ulrich Löhe „laufen die Ermittlungen, leider aber zurzeit noch ohne konkreten Erfolg.“ Die Polizei fahndet weiter, insbesondere nach der Botin: Sie war augenscheinlich Deutsche, sprach Hochdeutsch, war 1,60 Meter groß bei normaler Figur und trug einen dunklen Kapuzenmantel.

Besonders tragisch: Als die ältere Dame das Geld abhob, wurden die Mitarbeiter der Hausbank stutzig. Sie machten die Frau gezielt auf den Enkeltrick aufmerksam. Doch diese gab an, das Geld für eigene Anschaffungen zu benötigen. In einem anderen Fall verhinderte eine findige Mitarbeiterin einer Bank einen Enkeltrickbetrug: Sie wurde skeptisch, als eine Seniorin eine ungewöhnlich hohe Summe Bargeld abheben wollte. Nachforschungen gemeinsam mit der Polizei ergaben dann, dass auch bei dieser Seniorin Trickbetrüger über das Telefon versucht hatten, an ihr Erspartes zu kommen.

 Die Polizei warnt noch einmal eindringlich vor den verschiedenen Maschen: Mal melden sie sich am Telefon als vermeintliche Familienangehörige, Freunde oder Bekannte der Angerufenen und täuschen analog zum sogenannten „Enkeltrick“ eine akute, meist finanzielle Notlage vor, aus denen die Angerufenen durch Übergabe von Bargeld oder Wertgegenständen möglichst schnell heraushelfen sollen.

In der Vergangenheit meldeten sich immer öfter auch angebliche Polizisten am Telefon. Diese Trickbetrüger geben sich bei ihren Anrufen als polizeiliche Ermittler aus, die angeblich vor geplanten und unmittelbar bevorstehenden Straftaten von Einbrechern und Räubern warnen. Dabei nutzen sie ihre angeblich aktuellen Warnungen vor Dieben und Betrügern im persönlichen Umfeld der Senioren, um die Angerufenen zu verunsichern und zu erschrecken, damit diese nach geschickter Gesprächsführung schließlich bereit sind, ihre Ersparnisse und Wertgegenstände in die vermeintlich sichere Verwahrung der in der Regel freundlich, oft aber auch sehr bestimmend und einschüchternd wirkenden Anrufer zu übergeben. Eine Falle, in die verunsicherte Bürger schnell hineintappen können.

Aus Sicht der Polizei ist klar: In allen Fällen haben es die betrügerischen Anrufer gezielt auf die Finanzen und Wertgegenstände der Angerufenen abgesehen. Sobald sich Angerufene zur Hilfe für den notleidenden Angehörigen bereit erklären oder auf die versprochene Vermögenssicherung des falschen Polizisten eingehen, wird ein Bote angekündigt, der sich nur wenig später persönlich meldet, dabei oft mit einem am Telefon zuvor vereinbarten Kennwort ausweist und das Geld oder andere Werte der betrogenen Opfer abholt.

 Zur Prävention gibt die Kreispolizeibehörde Mettmann kreisweit folgende Hinweise und Tipps zum Schutz vor Telefonbetrug: Angerufene sollten am Telefon aufmerksam bleiben und sich nicht unter Druck setzen lassen. Bei Zweifeln kann der Hörer einfach aufgelegt werden. Das sei keinesfalls unhöflich. Angerufene sollten sofort die richtige Polizei informieren, wenn sie vermuten, dass es ein Telefonbetrüger auf sie abgesehen hat – das geht auch unter der Notrufnummer 110.