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Wülfrath: Politik und Verwaltung wollen Konzepte gegen Leerstand entwickeln

Leben in Wülfrath : Maßnahmen gegen Leerstand in der City

Die gähnende Leere in der Innenstadt ist längst keine Momentaufnahme mehr. Vielmehr ist der Leerstand in den Ladenlokalen ein Dauerzustand. Wie die Vermarktung von Immobilien nun besser vorgenommen werden kann, soll in Workshops und Arbeitsgruppen ermittelt werden.

Die Liste ist lang und der Anblick kein schöner. Weil in Wülfraths Innenstadt so viele Ladenlokale leer stehen und das nicht bloß temporär, sondern teilweise seit Ewigkeiten, regte die Politik jetzt eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit diesem Thema an. Per Arbeitskreis soll der Zustand der Fußgängerzone analysiert und Maßnahmen zu ihrer Reaktivierung gefunden werden.

Ein Workshop soll sich um den Zustand der Fußgängerzone und des Einzelhandels befassen. Das haben Politiker verschiedener Fraktionen im Rat der Stadt angeregt. „Die Entwicklung ist bedenklich. Sie macht uns Sorgen“, stellte auch Bürgermeisterin Claudia Panke fest. Problematisch dabei ist, dass viele Immobilien, die vormals als Geschäft genutzt wurden und nun leer stehen, keine Nachmieter mit gewerblichen Angebot finden. „Viele Eigentmer wünschen sich, auch an Büros oder Praxen vermieten zu können“, berichtete in der vergangenen Ratssitzung beispielsweise Christdemokrat Frank Berg. Um das zu realisieren, müssten die Nutzungsvorgaben für Häuser in der Fußgängerzone verändert werden – was angeischts der derzeitigen Situation wichtig wäre. „Zwischen Heumarkt und Schwanenstraße gibt es elf Leerstände“, zählte Frank Berg vor.

„Wir wissen um den hohen Leerstand“, erklärte der damalige Technische Dezernent Martin Barnat. „Jedwede Nutzung ist besser als Leerstand“, aber die Innenstadt als Nahversorger kann nicht einfach so umgewidmet werden, die Nutzungsmöglichkeiten durch Bebauungsplan und die Ziele zur Stärkung des Handels in der Innenstadt sind eingeschränkt, „wobei wir schon flexibel reagieren“. Oberstes Ziel sei immer, neuen Einzelhandel anzusiedeln. „Einzelhandel ist besser als Dienstleistung. Aber Dienstleistung ist auch besser als Leerstand.“

Die hohe Anzahl leer stehender Ladenlokale bezeichnete Thomas May von den Grünen als „katastrophal für die Innenstadt. Welche rechtlichen und strategischen Möglichkeiten haben wir, diese fatale Situation zu ändern?“. Inzwischen sei ein Punkt erreicht, „an dem es nicht mehr geht. Hier muss komplett neu gedacht werden.“

Ebenso wie er forderte auch Sozialdemokrat Axel C. Welp, entsprechende Arbeitskreise zu initiieren. „Fakt ist, dass die Entwicklung in der Innenstadt schlecht ist. Wir müssen uns neu sortieren“, schon vor der Corona-Pandemie war die Situation negativ, die Auswirkungen des Virus-Lockdowns haben alles weiter verschärft. „Das ist keine Situation, die sich von jetzt auf gleich regeln lässt“, führte er über langfristige Ziele aus.

Fraktionsübergreifend herrschte Einigkeit darüber, dass „jetzt gegengesteuert werden muss“. Und dass das eine Aufgabe für den neuen Rat ist, der im September gewählt wird. Das aber soll keine Untätigkeit bedeuten, auch im Kontext des Stadtentwicklungskonzepts „Step“ soll die Verwaltung jetzt erste Vorbereitungen und Datensammlungen vornehmen.