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Wülfrath: Parents For Future schreiben Lied für Parents Fo Future in Hamburg

Nachhaltigkeit und Umweltschutz in Wülfrath : Wülfrather Eltern schreiben Klimaschutzlied

Klima und Umwelt sind für sie Top-Themen. Dafür wollen die Parents For Future sich bei anderen Gehör verschaffen. Mit Aktionen – und Musik.

Ursprünglich hatten Christian Wolf, Frithjof Kuhlmann, Alexandra Kett, Sabine Schmidt, Uta Wittekind, Ingrid Muschiolik und Anne Schemann gar nicht das Ziel, eine Gruppe zu gründen. „Aber die ‚Fridays’ wollten uns ja nicht“, grinst Anne Schemann. Seit Herbst vergangenen Jahres sind die glorreichen Sieben als „Parents for Future (Eltern für die Zukunft)“ unterwegs. Hauptsächlich in Wülfrath. Jetzt aber spielen sie auch in Hamburg eine Rolle.

„Wir haben selbst Lieder verfasst, die den Klimaschutz zum Thema haben“, erklärt Anne Schemann. Zur leichtfüßigen Melodie von „Bella ciao“ wird die Realität aus „schmutzigem Strom, der jedes Eis schmelzen“ lässt und dem Aufruf, nicht länger zu warten, sondern endlich zu starten, formuliert. „Und weil in Hamburg am 21. Februar eine Demonstration mit Chören geplant ist und die Eltern dort offensichtlich auf uns aufmerksam geworden sind, haben sie unser Klimaschutzlied angefragt.“ Wülfraths Parents for Future sagten direkt „ja!“ – und verfassten „eine eigene Hamburg-Strophe“, wie Anne Schemann erzählt. Übrigens gibt es weitere Anfragen nach besagtem Klimaschutzlied auch aus Münster sowie dem spanischen Valencia. Und Wülfraths „PFF“ haben noch einen weiteren Song in petto: Das einst von TV-Legende Rudi Carrell interpretierte „Wann wird’s mal wieder richtig Sommer“ fragt jetzt „Wann wird’s mal wieder richtig Winter?“.

Wie sich Umweltschutz, Nachhaltigkeit, ökologische Überlegungen und deren Umsetzungen im Alltag realisieren lassen, sind die verbindende Klammer um die Eltern-Aktivisten. Als Unterstützer und Rückenfreimacher sehen sich die Erwachsenen im Zusammenspiel mit den FFF-Schülern. „Sie brauchen uns nicht. Aber was wir machen, ist als ein Zeichen von Solidarität zu verstehen“, beschreibt die 38-Jährige, selbst Mutter von zwei Söhnen, den Schulterschluss. „Wir möchten gerne Fehler auswetzen, die wir gemacht haben“, heißt es zur Korrektur der schlechten Umweltbilanz.

Dabei haben die sieben Wülfrather Eltern nichts Missionarisches. „Geht es um einen Elternabend in Schule oder Kindergarten meiner Söhne, mache ich nicht mit meinen Themen mobil“, erzählt die gebürtige Recklinghausenerin, die „der Liebe wegen 2008 nach Wülfrath“ kam. Gelegenheit, sich zu äußern, nutzen die PFF oft und ausgiebig. Natürlich sind sie bei der am 1. Februar erstmals stattfindenden Klimamesse mit einem Stand vertreten. Tipps über Apps zur Nachhaltigkeit wollen sie geben, über die „ewig währende Haltbarkeit“ im Sinne von Unverrottbarkeit des Plastiks berichten, und sie  richten einen Tauschbaum mit Einkaufsbeuteln ein – und werden ihr Klimaschutzlied singen. Auch beim Dreck-weg-Tag haben sie sich eine Strecke vorgenommen. „Hinter dem Supermarkt und entlang der Schillerstraße hängt viel Müll in den Büschen und keiner fühlt sich dafür zuständig.“

Mindestens ebenso wichtig wie die „Unterstützung in jeglicher Hinsicht“ der FFF ist auch der Schulterschluss mit Ulrike Eberle und der Abfallberatung. Der Malwettbewerb, dessen Ergebnisse im aktuellen Abfallkalender zu sehen sind, fußt auf einer Idee der PFF. „Diese Zusammenarbeit würden wir gerne fortsetzen“, in Kooperation mit der Verwaltung wird derzeit eine Baumpflanzaktion geplant, „wir prüfen zurzeit Flächen“. „Um andere zu erreichen, muss man selbst ein Vorbild sein. Denn jeder kann etwas machen und jeder hat eine Stimme.“ Manchmal sei es unbequem, eigene Gewohnheiten zu hinterfragen, sinnvoll sei es allemal.