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Wülfrath: Neugründung Seniorenrat scheitert

Generation 60plus in Wülfrath eine Stimme geben : Noch immer kein neuer Seniorenrat in Sicht

Schwierig gestaltet sich offensichtlich die Reaktivierung des alten Gremiums. Zum Stand der Dinge.

Dem demografischen Wandel geschuldet, wird das Durchschnittsalter in der Kalkstadt immer höher. Um die Belange der Golden Ager, wie die Generation60 plus euphemistisch genannt wird, gut in Planungen der Stadt berücksichtigen zu können, unternehmen Sozialamtsleiter Mike Flohr und Andreas Seidler, Vorsitzender des Ausschusses für Gesellschaft und Soziales,  einiges, einen sogenannten Seniorenrat wiederzubeleben.

Offiziell wurde Mitte Januar zu einer  Informationsveranstaltung eingeladen, um für die Themen Seniorenrat und Seniorenbeteiligung zu werben. Etwa 20 Interessierte folgten der Einladung, wie Andreas Seidler jetzt auf Nachfrage berichtet. Vor allem und hauptsächlich sind Regularien und Grundsätzliches besprochen worden. So wurden Fragen zur finanziellen Ausstattung, Ablauf und Formalien einer Neugründung oder auch der notwendigen  Anzahl der Mitglieder, die ein solches Gremium umfasst, beantwortet.

„Bedenken im eigentlichen Sinne gab es lediglich in  Bezug auf den zeitlichen Ablauf“, fasst Andreas Seidler das Treffen zusammen. Allerdings ist der Startschuss für einen Neubeginn  eines Seniorenrats für die Stadt Wülfrath damit nicht gegeben. Zwar ist es nach wie vor das erklärte Ziel seitens der Verwaltung, Schützenhilfe zur Neugründung besagten Seniorenrats zu geben, „das ist nach wie vor unser Wunsch“. Donnerstag, 5. März, wird es Thema im Fachausschuss für Gesellschaft und Soziales sein. „Sollte dieser zustimmen, werden die bisherigen bekannten Interessenten plus neue interessierte Bürger zu einem weiteren Termin eingeladen“, ist die Vorgehensweise angedacht.

„Nach meiner Meinung wird es zur Zeit keinen neuen Versuch geben, wenn diese jetzt angestrebte Gründung nicht gelingen sollte“, führt der Vorsitzende aus. Damit ist kurzfristig, also bis zu einem Jahr., gemeint. „Was in einigen Monaten oder Jahren passieren sollte, kann ich heute noch nicht sagen.“

Über Jahre hat der Seniorenrat Wülfrath sich erfolgreich für die Belange der älteren Bevölkerung eingesetzt. 2006 war das Gremium gegründet worden. Zur Wahl 2014  hatten sich 15 Kandidaten für die elf Plätze beworben. Seit 2017 wurde dann verstärkt nach neuen Kandidaten Ausschau gehalten. Doch Aufrufe fruchteten nicht. Am Ende hatte der Seniorenrat, der in jedem Fachausschuss des Rates mit beratender Stimme vertreten war, noch neun Mitglieder. Drei von ihnen hätten sich für eine neue Kandidatur zur Verfügung gestellt. Neue Kandidaten gab es keine. Schließlich wurde offiziell zum 1. Juli 2018 der letzte Seniorenrat aufgelöst, „womit die Beteiligung der Altersklasse 60+ an der politischen Willensbildung deutlich erschwert wurde“, wie die Verwaltung feststellte. Seither gab es immer mal wieder versuche, der Reaktivierung. Alle erfolglos.