Wülfrath: Neue Kita entsteht auf festem Baugrund

Kita-Bau in Wülfrath : Neue Kita entsteht auf festem Baugrund

Lastwagen liefern tonnenweise Kies an, um den Boden auf dem Areal an der Schulstraße zu verdichten.

Wer in diesen Tagen über die Schulstraße geht, bemerkt nicht nur eine ungewöhnlich hohe Frequenz an Kipplastern, er sieht auch eine gelbe Maschine, die auf der Baustelle in Richtung Stadtpark steht und leichte Erschütterungen verursachen kann.

Anfang der Woche konnte an dem Bauprojekt Kita Schulstraße mit der sogenannten Rüttelstopfverdichtung begonnen werden. Dabei handelt es sich um eine Maßnahme, die dazu dient, den Boden zu verdichten und tragfähiger zu machen. „Wir sind froh, dass die Geräte jetzt endlich angerollt sind“, sagte Tiefbauamtsleiter Martin Groppe bei einer Baustellenbesichtigung am Dienstag.

In den vergangenen Wochen waren auf dem Areal, an dem schon bald eine fünfzügige Kita auf einer Fläche von 1400 Quadratmetern entstehen soll, noch Kampfmitteluntersuchungen durchgeführt worden. Zwar galt der Baugrund nicht als Verdachtsgebiet, doch eine Untersuchung bei Spezialgründungsverfahren wird durch die Bezirksregierung routinemäßig vorgesehen. Da die ersten Auswertungen teilweise nicht eindeutig waren, musste ein weiteres Mal gebohrt werden – bis auch die letzten Unklarheiten beseitigt waren.

Das hatte den Zeitplan der Stadtverwaltung ein weiteres Mal nach hinten geworfen. Eigentlich sollte die Kita im August dieses Jahres eröffnet werden, doch immer wieder kam es zu neuen Verzögerungen. Auf neue Festlegungen will die Stadt nun verzichten. „Ich rechne aber damit, dass wir bis zum 1. August 2020 in Betrieb gehen“ , erklärt Groppe.

Die Befürchtungen der Bewohner, dass die Erschütterungen stark wahrnehmbar seien, scheinen bei der Baustellenbesichtigung an der Schulstraße unbegründet. „Es kommt aber auch immer darauf an, in welcher Tiefe gebohrt und verdichtet wird“, erläutert Groppe. Gerade in dem Bereich, der Richtung Stadtpark zeigt, sei die Bodenbeschaffenheit etwas schwieriger und es müsse in einer Tiefe von bis zu sieben Metern gearbeitet werden. Dazu dringt der Bohrer in das Erdreich ein, ein Radlader befüllt dann einen Trichter mit Kies, der beim Herausziehen des Bohrers nach unten gedrückt wird und den Hohlraum so wieder auffüllt.

Die so entstandene, in der Erde stehende Säule nennt man dann Rüttelstopfsäule. Rund 300 solcher Löcher müssen auf dem Areal verfüllt werden. Zahlreiche Lkw steuern daher die Schulstraße an, um immer wieder Kies-Nachschub zu liefern. Da einige Wülfrather Kinder die Schulstraße auch für ihren täglichen Schulweg nutzen und diese während der Baumaßnahme ungewöhnlich stark frequentiert ist, hat die Stadt im Vorfeld die Schulen auf die Situation hingewiesen.

Für die Maßnahme hat die Stadt zweieinhalb Wochen veranschlagt. Die Halteverbotsschilder, die an der schmalen Schulstraße aufgestellt sind, um den Lastern die Anlieferung zu erleichtern, sind bis zum 14. Juni terminiert.

Das so vorbereitete Baufeld soll Anfang Juni dem Generalbauunternehmer Wieko aus Marl übergeben werden, der den eingeschossigen Bau dann hochzieht.

(isf)
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