Wülfrath: Manuela Fischer und Stefan Spitzer seit 25 Jahren für Bergische Diakonie tätig

Wülfrath : „Das ist hier wie in einer Familie“

25 Jahre arbeiten Manuela Fischer und Stefan Spitzer in der Bergischen Diakonie. Dafür wurden sie jetzt ausgezeichnet.

Dankbarkeit, Respekt und Hochachtung zollte Pfarrer Jörg Hohlweger den Kronenkreuzträgern. Als „bereichernd, inspirierend und oft entlastend“ empfinden sie in der Zusammenarbeit auch die anderen Kollegen der Bergischen Diakonie. Zwei der jetzt vom Dikanischen Vorstand für ihre 25-jährige Tätigkeit in der Diakonie Ausgezeichneten sind Manuela Fischer und Stefan Spitzer. „Ich bin sehr zufrieden mit meinem Arbeitgeber“, bekennt der 64-Jährige. „So glücklich im Beruf zu sein, ist keine Selbstverständlichkeit“, ergänzt seine 49-jährige Kollegin.

Beide empfinden das diakonische Werk als „große Gemeinschaft, das ist hier wie in einer Familie“, wie die diplomierte Sozialarbeiterin und ihr Kollege vom Psychologischen Dienst ihr Verhältnis zum Arbeitgeber beschreiben. Ganz besondere Klienten sind es, um die sie und das Kollegium sich kümmern. „Aber ich bin nie energielos, wenn ich abends zu Hause ankomme“, erklärt Manuela Fischer. „Beistand und Miteinander“ im Team sind großartig und auch von den zu Betreuenden „bekommen wir unendlich viel zurück“, wie beide sagen.

Sich ganz in den Dienst für andere zu stellen, ist für beide selbstverständlich geworden. „Als ich mich hier beworben habe, war ich Berufsanfängerin“, erinnert sich Manuela Fischer an ihren Start vor 25 Jahren. „Die Atmosphäre und Beschreibung dessen, wie hier das Miteinander praktiziert wird“, hatten sie damals überzeugt, „richtig zu sein“. „Tolle Menschen, erfrischend und belebend“, beschreibt auch Stefan Spitzer, Anfang 1989 quasi einer der letzten DDR-Bürger, der seine ursprüngliche Heimat per Ausreiseantrag verlassen hat, seinen ersten Eindruck. „Bis heute habe ich es nie bereut, hier in Dienst zu sein. Erstaunlicherweis komme ich noch jeden Tag gerne zur Arbeit“, lacht er. Klar gab es Höhen und Tiefen – die durch die anderen Mitarbeiter aufgefangen wurden. Und der Blick hat sich geändert und geschärft, als „Dankbarkeit dafür, wie gut es uns tatsächlich geht“, sagen die beiden mit Blick auf ihre gehandicapten Zöglinge. „Ich habe gelernt, achtsam durchs Leben zu gehen und nichts als selbstverständlich zu nehmen“, erklärt Manuela Fischer ihre Einstellung zum Hier und Jetzt. „Mit einem Fingerschnippen kann plötzlich alles anders sein. Unverschuldet.“ Oft gäbe es Momente, die hinterfragt werden müssten, um herauszufinden, „ob es stimmt, was ich sehe oder was hinter einer Situation steckt“.

Weil aber auch sie Menschen aus Fleisch und Blut sind, sind ihre Ressourcen nicht unerschöpflich. Während Manuela Fischer bei Gartenarbeit oder beim Lesen auftankt, ist Stefan Spitzer leidenschaftlicher Camper, bevorzugt in Skandinavien. Aber auch von Arbeitgeberseite – und damit keiner in eine falsche Überforderung kommt, wie Pfarrer Jörg Hohlweger anlässlich der Kronenkreuz-Verleihung in seiner bemerkenswerten Ansprache formulierte – gibt es präventive Maßnahmen gegen drohendes Ausbrennen. Schließlich übernehmen die Mitarbeiter der Begischen Diakonie nicht irgendeinen Job, ihr Tun fußt auf Barmherzigkeit, „das ist Herz, Empathie und konkretes Helfen“, wie der Pfarrer sagt. Und das wollen die beiden Kronkreuzträger gerne weiterhin machen.

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