Wülfrath: Landfrauen rüsten sich fürs Kartoffelfest

Wülfrath: Landfrauen rüsten sich fürs Kartoffelfest

Wie in jedem Jahr sind auch die Landfrauen wieder bei der Veranstaltung vertreten. Dort hoffen sie auf regen Austausch und Kontakte vor allem mit den Stadtfrauen. Denn auch die sind in dem aktiven Verein willkommen.

Wenn Beate Kneer zu sich auf den landwirtschaftlichen Hof am Zwingenberger Weg einlädt, dann steht die Haustür im übertragenen Sinne allen offen: es duftet nach frisch gebackenem Kuchen, Gastfreundlichkeit wird bei der Vorsitzenden der Landfrauen groß geschrieben. „Wir sind ein offener Verein mit rund 70 Mitgliedern und wir freuen uns über jede Frau, die den Weg zu uns findet“, erklärt die herzliche Landfrau, die eigentlich gelernte Bankkauffrau ist. Durch die Heirat mit ihrem Mann Bernd stieg sie in dessen Hof mit ein, ein besonderer Betrieb für integrierten Pflanzenschutz.

„Auf dem Land geht es wesentlich sozialer zu“, sagt die Vierfachmutter, „hier werden wichtige Werte viel mehr gelebt und verinnerlicht. Das liegt natürlich daran, dass vor allem früher mehrere Generationen unter einem Dach wohnten und Kinder auch mal mit anpacken mussten. Jeder hatte seine Aufgaben und jeder hatte Respekt vor dem was der andere tat.“ Die beiden anderen Frauen an dem großen Esstisch inmitten des riesigen hellen Wohnbereichs nicken zustimmend. Auch sie gehören den Landfrauen Wülfrath an, mit unter 40 sind sie zwei der wenigen Vereinsmitglieder, die zur jüngeren Generation gehören. „Es ist schon so, dass wir uns nicht immer alle treffen, weil die Themen doch schon von Alter zu Alter verschieden sind“, sagt Alexandra Braun, „ich habe zum Beispiel zwei kleinere Kinder, die anderen Jüngeren auch und da geht es halt sehr viel um Erziehung, Themen, mit denen sich Mütter nun mal befassen.“

Die Wuppertalerin hat extra für den Landfrauenstand beim Kartoffelfest bunte „Stoffknochen“ genäht, bunte Nackenkissen. „Es geht uns in erster Linie um Gemeinschaft“, ergänzt Beate Kneer, „wir lieben die Geselligkeit, wir unternehmen sehr schöne Dinge zusammen, wir besuchen Kunstausstellungen, besichtigen Firmen und wir planen Vorträge zum Beispiel zum Thema Demenz oder Projekte wie etwa ein Fahrsicherheitstraining.“

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Natürlich aber gibt es auch themenspezifische Angebote, die unter anderem vom Gesamtverband rheinischer Landfrauen initiiert werden, mit dem Zusammenschluss soll auch die sozial-politische Situation von Frauen generell gestärkt werden. Durch Weiterbildungen, wie etwa das „Argumentationstraining für Bäuerinnen“ (in dem die Teilnehmerinnen lernen, sich rhetorisch im Gespräch, beispielsweise mit Verbrauchern, besser zu positionieren) werden berufliche Chancen erhöht. „Besonders stolz sind wir auf unser Sorgentelefon. Einige unserer Landfrauen haben dafür spezielle Ausbildungen absolviert und bieten fernmündliche Hilfe für alle Belange zu bestimmten Zeiten.“

Erstmalig wird es auf dem Kartoffelfest am Stand der Landfrauen Kartoffelwurst geben. Wie die schmeckt, bleibt noch ein Geheimnis. Klar aber ist, dass die anwesenden Damen sich über viel Besuch freuen. „Wir sind offen für jeden, auch für junge Mädchen oder ganz junge Frauen, die dann allerdings vielleicht besser bei der Landjugend aufgehoben sind. Die machen auch ganz tolle Sachen.“

 Weitere Informationen unter www.rheinische-landfrauen.de

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