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Wülfrath: Künstlerin malt eindrucksvolle Portraits mit links

Wülfrath : Künstlerin malt eindrucksvolle Portraits mit links

Nach einem Schlaganfall musste Jutta Bassing vieles neu lernen. Jetzt stellt sie ihre Bilder in einer Wülfrather Praxis aus.

Gemalt hat Jutta Bassing schon in frühen Jahren. Doch dann kamen Studium, Beruf und Familie und ließen ihr keine Zeit für Pinsel und Farbe. Es war vor allem der schwere Schlaganfall, den sie mit 39 Jahren überlebte und der ihr Leben völlig aus den Bahnen warf. Alles musste sie neu lernen. Vor allem, dass ihre rechte Hand gelähmt blieb, war für die Rechtshänderin eine große Herausforderung, die sie jedoch annahm. Sie trainierte sich das nötige Feingefühl in der linken Hand an.

„2004 habe ich wieder angefangen zu malen“, erzählt die 61-jährige Wülfratherin. Sie traf auf Barbara Liesenhoff-Puppel, Mitglied der Bergischen Kunstgenossenschaft, bei der sie Unterricht nahm. So entstanden immer mehr Werke, und Jutta Bassing konnte ihre erste Ausstellung im Wülfrather Rathaus unter dem treffenden Titel „Das mache ich doch mit Links“ zeigen. Nun wurde ihre dritte Ausstellung in den Praxisräumen der Gemeinschaftspraxis Desiree Schmitt und Dr. Ingo Winkelmann eröffnet.

„Ich bin der Location-Geber“, meint Dr. Winkelmann heiter. Er freue sich sehr, dass die Künstlerin bereits zum zweiten Mal in seinen Praxisräumen ausstelle. „Das bringt ein bisschen Abwechslung für mich und meine Patienten.“ Vor zwei Jahren stellte Jutta Bassing Portraits unbekannter Personen aus. Dieses Mal hat sie für ihre Ausstellung „Den kenn ich doch, oder?“ vor allem Portraits von Prominenten mitgebracht. Barack Obama schaut hier von der Wand, genauso wie Campino und die Schamanin Woo Okju.

„Diese Ausstellung hat einen ganz anderen Charakter als die vorige“, meint auch Dr. Ingo Winkelmann. Die meisten der 15 Portraits hat die Künstlerin in Aquarell gemalt, es finden sich aber auch Acryl- und Pastellkreide-Bilder. „Ich male mit allem, mit was man malen kann“, erklärt Bassing, „und auch mit allem, mit was man nicht malen kann.“ Das drückt ihre Experimentierfreude aus: „Ich habe zuerst eine Leinwand mit den Lackritzschnecken bearbeitet“, verrät sie. Als diese ansprechend in Rosa und Blau gemustert war, hat die Künstlerin einen Vogel in den Vordergrund gesetzt.

Ungewöhnliche Techniken bringen ungewöhnliche Ergebnisse und der Kreativität ist keine Grenze gesetzt. „Arbeiten kann ich nicht mehr“, sagt die starke Frau, die sich auch von einer Krebserkrankung nicht unterkriegen ließ, sondern den Führerschein für ein Behindertenfahrzeug gemacht hat. „Kreativ sein ist eine gute Beschäftigung.“

Die Ausstellung „Den kenn ich doch, oder?“ ist während der nächsten drei Monate in den Räumen der Gemeinschaftspraxis D. Schmitt/Dr. Winkelmann, Zur Loev 21, zu sehen. Geöffnet montags bis freitags 9 bis 12 Uhr, zusätzlich montags, dienstags und donnerstags 16 bis 17.30 und mittwochs von 15 bis 16.30 Uhr.