Wülfrath: Knorr-Bremse - Konzept kommt Mitte November

Wülfrath: Knorr-Bremse AG: Konzept kommt Mitte November

Das Ultimatum der IG Metall ist verstrichen: Die Knorr-Bremse AG hat für den Standort Wülfrath (ehemals Tedrive Steering) bislang noch kein Zukunftskonzept vorgelegt. Ein solches hatte die IG Metall, Geschäftsstelle Velbert, bis zum 31. Oktober eingefordert.

„Wir haben noch nichts“, sagte der Erste Bevollmächtigte Hakan Civelek gestern auf RP-Anfrage. Die Stimmung unter den 350 in Wülfrath Beschäftigten sei angespannt: „Da sind natürlich Wut und Enttäuschung da.“ Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, plane die IG Metall eine Protestfahrt zur Börse nach Frankfurt. Dazu erwartet sie zwischen 150 und 200 Teilnehmer.

Britta Lange, Sprecherin von Knorr-Bremse, betonte hingegen gestern auf Nachfrage: „Die Gespräche zwischen Unternehmensleitung und der Interessenvertretung der Arbeitnehmer (also dem Betriebsrat, die Red.) sind angelaufen.“ Die Forderung, ein Zukunftskonzept am 31. Oktober zu erhalten, sei von der IG Metall unrealistisch gewesen. Ergebnisse der Verhandlungen würden für die zweite Novemberhälfte erwartet. „Dann gehen wir von einer Klärung der Situation aus“, sagt Lange. Das Werk in Wülfrath wurde 2016 von Knorr-Bremse übernommen und ist Entwickler und Hersteller von Lenksystemen. Wie die IG Metall vor einer Woche mitteilte, werde im kommenden Jahr „ein Großteil der Fertigung an diesem Standort auslaufen“. Denn ab März, so Gewerkschafter Civelek gestern, laufe die Produktion eines Zubehörteils für den Ford Transit aus. Die IG Metall drängt daher auf eine Standortsicherung für Wülfrath und eine weiterhin andauernde Tarifbindung. Zuletzt hatte die Gewerkschaft angedroht, den bei der Übernahme 2016 abgeschlossenen und noch gültigen Sanierungstarifvertrag zu kündigen. In ihm hatten die Wülfrather Beschäftigten zugesichert, auf Teile des Weihnachts- und Urlaubsgeldes verzichten. Im Gegenzug sollte die Unternehmensleitung dafür sorgen, den Standort zukunftsfähig zu machen.

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