Wülfrath: Kita-Kindern werden die Füße vermessen

Aktion: Zeigt her eure Füße, zeigt her eure Schuh

Im Rahmen einer speziellen Aktion werden derzeit die Füße aller 667 Wülfrather Kita-Kinder vermessen.

Ein wenig verkrampft sind Milas kleine Fußzehen, das kann man auch unter den dunkelblauen Söckchen mit den bunten Sternen erkennen. „Mach die mal gerade, streck sie aus“, sagt Maxim, „und jetzt musst du hinten die Füße ganz nah an das Brett stellen.“ Mila und Maxim sind sechs Jahre und finden das neue Fußmessgerät ziemlich spannend, und auch Finja kann schon recht gut damit umgehen. „Hier, den Schieber muss man bis an die Zehen schieben und den hier drückt man so an die Seite.“ Jetzt ist Milas rechter Fuß so richtig eingekeilt. „Bleib so“, befiehlt Emily und guckt auf die Zahl am Messgerät, „Mila, du hast 30. Das ist aber ganz schön riesig.“ Mila lacht stolz und zieht ihren Hausschuh wieder an, „Ja, ich habe hier die ganz größten Füße, bis auf Maxim, der hat noch viel größere.“

Die vier Vorschulkinder besuchen die katholische Kita St. Joseph an der Goethestraße. An diesem Vormittag werden alle Füße der anwesenden Kinder professionell vermessen.  „Das Messgerät hat uns die Firma Deichmann gegeben,  und wir dürfen es sogar behalten“, freut sich Kita-Leiterin Beatrix Krämer. Beim Ausmessen helfen zwei Ehrenamtler.

„Wir können mit dem Gerät nicht nur die Länge, sondern auch die Weite des Fußes bestimmen“, erklärt Klaus Helmes, der dem dreijährigen Thorin genau erklärt, was er da gerade  macht. Zuvor hat der kleine Junge einen „Fußentspannungsparcours“ durchlaufen, ist auf Gumminoppen und  weiche Matten getreten.  „So, Thorin, dein Wert ist 26 w, das bedeutet, du hast Größe 26 und brauchst weite Schuhe, weil dein Fuß recht breit ist.“ Dann holt der kleine Junge noch schnell seine Straßenschuhe - blau mit Klettverschluss.

Helmes schaut auf die angegebene Größe; „27. Das ist perfekt, Schuhe sollten immer eine Nummer größer ausfallen.“  Gerd Bohnen, der zweite freiwillige Helfer an diesem Tag, füllt eine Urkunde aus und packt sie in eine Mappe mit Infomaterial für die Eltern, herausgegeben vom Berufsverband für Orthopädie. „Wir sind wirklich positiv überrascht“, resümiert Beatrix Krämer, „wir hatten insgesamt nur zwei Kinder, die zu kleine Schuhe anhatten.“

Die Idee der durch die dritte städtische Armutskonferenz entstandenen Aktion ist gut durchdacht. „Das Problem mit unpassenden Kinderschuhen gibt es, aber eigentlich schenkt man dem viel zu wenig Bedeutung. Dabei tragen uns die Füße durchs Leben, falsche Schuhe können zu Fehlstellungen führen“, sagt die Kita-Leiterin. „Wir haben das Projekt in einer Arbeitsgruppe, unter anderem mit dem Orthopäden Hans Peter de Jong, sehr sorgfältig erarbeitet.“

Noch bis zum 11. April werden alle Kitas die Fußmessungen durchführen. Mila und ihren beiden Freundinnen hat die besondere Aktion Spaß gemacht, schließlich sind Schuhe ja auch ein Frauenthema. „Ich hab letztens so schöne Sandalen gesehen, die waren blau, mit Blumen und weißen Edelsteinchen“, schwärmt  Finja.

Mehr von RP ONLINE