Wülfrath: Kinder pressen sich ihren eigenen Apfelsaft

Aktionstag Ökolandbau : Kinder pressen sich ihren eigenen Apfelsaft

Die Kita St. Maximin hat eine Patenschaft für 42 Bäume übernommen. Deren Früchte wurden jetzt weiterverarbeitet.

Vor dem Laufband der mobilen Saftpresse hat sich eine große Gruppe Kinder versammelt. Alle sind mit Äpfeln bewaffnet, die sie auf das Laufband legen. Das befördert die Früchte nach oben, wo sie dann in die Presse fallen, die sie geräuschvoll zermahlt. Es sind die Kinder der katholischen Kindertagesstätte St. Maximin in Düssel, die hier voller Begeisterung bei der Sache sind. Vor allem, als Kita-Leiterin Iris Linge mit einem überdimensionalen Schaumlöffel ankommt, von dem die Kinder „Apfelsahne“ mit den Fingern schlecken dürfen.

Die Apfelpresse ist Teil des Apfelfestes, das die Schäferei Lamberti im Wülfrather Stadtteil Düssel feiert. „Im Mai feiern wir immer unser Scherfest“, erzählt Stefanie Lamberti. Doch zum Bioland-Hof mit 120 Schafen gehören auch etliche Streuobstwiesen. „Das gibt jede Menge Äpfel“, erklärt Lamberti. Die müssen verarbeitet werden. „Als Bioland-Betrieb dürfen wir nur unsere eigenen Äpfel verarbeiten“, erklärt die Schäferin. So bot sich die mobile Saftpresse Mettmann an, die für Bio-Saft zertifiziert ist. Natürlich dürfen auch alle Wülfrather ihre Äpfel aus dem eigenen Garten dort zu Saft verarbeiten lassen. „Das Apfelfest feiern wir im Rahmen der Aktionswoche Ökolandbau.“ Es ist das erste Apfelfest, das die Schäferei Lamberti ausrichtet.

Die Kinder der Kita St. Maximin haben die Äpfel am Morgen selbst gesammelt. „Die Kinder haben eine Patenschaft an den Bäumen“, erklärt die Schäferin. In Zusammenarbeit mit der Stadt Wülfrath haben die Lambertis 42 Apfelbäume und 100 Meter Gehölzhecke für den Artenschutz auf einem Grundstück angepflanzt, das an die Kita angrenzt. „Unser Konzept ist das naturnahe Erleben“, verrät Leiterin Iris Linge.

Mit der Patenschaft für die Apfelbäume gelingt das wunderbar. „Wir gehen immer daran vorbei und konnten schon sehen, wie die Bäume wachsen, wie sie Blätter bekommen.“ Im Sommer schauen die Kinder, ob die Bäume Wasser brauchen. Und im Herbst dürfen sie die Äpfel pflücken. „Wir haben die Äpfel dann mit dem Bollerwagen hergefahren“, sagt Linge. Isabell hat auch fleißig Äpfel gesammelt. Gegessen hat sie keine. „Die sind alle für den Saft“, sagt die Vierjährige. Auf die Frage, wie viele Äpfel sie denn gesammelt hat, hebt sie die Hand und zeigt stolz alle fünf Finger.

Nach dem Pressen können die Kinder ihren eigenen Saft mitnehmen. So lernen sie, wo ihr Apfelsaft tatsächlich herkommt und auch, wie er entsteht. Iris Linge zeigt den Kindern ein Eimerchen voller Trester. „Das bleibt übrig, wenn die Äpfel gepresst werden“, erklärt sie, und Stefanie Lamberti fügt hinzu: „Das bekommen unsere Schafe zu essen.“ Die Kita hat den Tag bereits mit einem Apfelfrühstück begonnen, um sich einzustimmen. „Es gab Apfelmus und Brot mit Butter“, verrät Iris Linge. Nach getaner Arbeit dürfen die Kinder auf dem Apfelfest noch mit Apfelstempeln Taschen bedrucken, Saatbomben basteln und natürlich gibt es für alle Gäste frisch gebackenen Apfelkuchen und frisch gepressten Apfelsaft.

(sue)
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