Wülfrath: Karibisches Flair lockt Besucher in die City

Wülfrath : Karibisches Flair lockt Besucher in die City

Händler und Besucher finden, dass verkaufsoffene Themenabende eine gute Idee sind. Sie haben aber auch Verbesserungsvorschläge.

Der erste „Karibische Abend“ in der Fußgängerzone war ein guter Anfang für das Vorhaben der Händlervereinigung „Wülfrath pro“, die Innenstadt zu beleben. An mehreren Ständen gab es leckere Cocktails, DJ „Ralle“ spielte Sommerhits und lateinamerikanische Musik, und die Geschäfte hatten bis 21 Uhr geöffnet.

Die meisten Händler zeigten sich zufrieden mit dem erhöhten Zulauf. „Ich bin doch überrascht, denn sonst ist hier um diese Uhrzeit schon tote Hose“, erzählte Dunja Urbach. Die Ernährungsberaterin betreibt ein Fachgeschäft für Ernährung und Kosmetik am Kirchplatz und hatte in der Wilhelmstraße einen Stand aufgebaut. Für sie war es selbstverständlich, sich am Karibischen Abend zu beteiligen. „Leider war die Kommunikation nicht optimal, weil Wülfrath pro nicht alle Händler angesprochen hat. Da musste man sich schon selber drum kümmern“, so Urbach.

Nun war es ja erst der Auftakt zu geplanten drei verkaufsoffenen Themenabenden pro Jahr, und aus den Erfahrungen wird man sicherlich lernen. So verteilten sich die Stände lose über die ganze Fußgängerzone, was die „karibische“ Atmosphäre etwas ausdünnte. Dort könnte man in Zukunft nachbessern, zum Beispiel auch Palmen aufstellen, wie es ursprünglich geplant war.)

Susanne Richter aus Mettmann und ihre Tochter Vanessa Grosser waren wild entschlossen, eine gute Zeit zu haben. „Wir wollen nicht nur Cocktails trinken, sondern vor allem in die Geschäfte gehen – das ganze Programm“. Aus Velbert angereist war Tim (16), der seine Wülfrather Freundin Milena (16) begleitete. „Wir wussten gar nichts von dieser Veranstaltung. Wir haben nur die Musik gehört und gucken nun, was hier los ist“. Das Pärchen kam gerade rechtzeitig zur Samba-Show von „Rosi“ aus Brasilien. Bei „Samba de Janeiro“ lud die Tänzerin Kinder und Jugendliche zu einer Polonaise ein. „Die Tänzerin war super“, sagte Susanne Richter, „aber eine zweite wäre schön gewesen“.

Christiane Springorum vom Modegeschäft „Cruse“, wollte erst den Abend abwarten, bevor sie eine Bilanz zieht. „Die Idee von Wülfrath pro, die Innenstadt beleben, ist natürlich gut“, sagte die Filialleiterin. „Ich finde auch einen verkaufsoffenen Freitagabend besser als einen Samstag, wie es ursprünglich geplant war“.

Nicht ganz so positiv sah es Hans-Peter Altmann, Ratsmitglied für die FDP: „Mein Frau betreibt hier ein Juweliergeschäft und hat kaum Kundschaft. Außer ein paar Handzetteln in den Läden ist keine Werbung gemacht worden“, kritisiert Altmann. Seiner Einschätzung nach wollten die meisten Gäste nur Cocktails trinken und interessierten sich gar nicht für die Läden. „Dazu kommt noch das Problem mit der Baustelle: Seit der Kreisel an der Mettmanner Straße erneuert wird, ist die Laufkundschaft immens zurückgegangen“.

(tpp)
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