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Wülfrath: Jugendhaus hat neues Sprecherteam

Teamgeist : Sie sind die Stimme der Jugend

Die neuen Sprecher des Jugendhauses wollen sich für die Interessen der Gleichaltrigen in Wülfrath einsetzen.

Die Besucher des Jugendhauses an der Schulstraße haben  ein neues Sprecher-Team gewählt. Mit 13 Mitgliedern ist es deutlich größer als das alte. Das Jugendhaus-Sprecherteam ist deshalb von großer Bedeutung, weil es einem Jugendrat, wie ihn andere Städte im Kreis bereits haben, am nächsten kommt. Jetzt hat sich das Team im Jugendhilfeausschuss vorgestellt.

Die Jugendlichen wurden von Jugendhaus-Leiterin Angela Sprink begleitet und gaben an, häufig bis täglich die Einrichtung zu besuchen und sich für die Belange der Jugend in Wülfrath engagieren zu wollen. Marie zum Beispiel ist sich des Interessenkonfliktes zwischen Jugendlichen und Erwachsenen bewusst. Wenn Teenager sich etwa abends im Stadtpark aufhielten, könne es lauter werden als den Anwohnern lieb ist. „Kleine Kinder werden irgendwann groß, daraus entstehen dann wir“, sagte Marie. Sie appellierte an die Erwachsenen, gemeinsam mit den Jugendlichen ein Arrangement zu finden. „Ich finde, dass man ein bisschen mehr für die Jugend in Wülfrath tun sollte“, sagte die Sprecherin.

Weitere Themen sind etwa der Umweltschutz (insbesondere im Umfeld des Jugendhauses) und das freie Internet. „Der Artikel 13 der Europäischen Union ist eine Gefahr für das Internet. Der Upload-Filter kann sogar die Meinungsfreiheit bedrohen“, erklärte Alexej im Ausschuss.

„Sie sehen, wie groß das Spektrum der Themen ist, mit dem sich die Jugendlichen befassen“, kommentierte Angela Sprink. Das Jugendhaus-Sprecherteam sei eine Institution, um den Nachwuchs an die Demokratie heranzuführen. „Demokratie wächst nicht auf Bäumen, die muss man selber ausprobieren“. Deshalb führt das Jugendhaus regelmäßig Projekte zur politischen Bildung durch. Aktuell seien das die „U18-Wahl“ vor der Europawahl im Mai und das selbst kreierte Projekt „Tags for Tolerance“.

Die U18-Wahlen finden immer bundesweit neun Tage vor der „richtigen“ Wahl statt und seien eine gute Demokratie-Übung. Sie zeichneten ein repräsentatives Meinungsbild der Jugend in Deutschland, erklärte Sprink. Das Projekt „Tags for Tolerance“ sei aus der Kampagne „NRW weltoffen“ entstanden und habe den Zuschlag für eine Förderung vom Land erhalten. Es gehe darum, Toleranz und Menschenrechte in Graffity-Kunst umzusetzen. Alle Wülfrather Bürger seien aufgefordert, ihre Assoziationen zu Artikel 1 des Grundgesetzes aufzuschreiben und zu -malen und im Jugendhaus an eine Pinnwand zu heften. „Wir haben Kontakt zu zwei Velberter Graffity-Künstlern, die die Vorschläge zusammen mit den Jugendlichen in Bilder umsetzen wollen“, erklärte die Jugendhaus-Leiterin das Projekt.

Die Ausschussmitglieder zeigten sich beeindruckt vom Engagement der Jugendlichen. „Wir sollten überlegen, einen Jugendrat in Wülfrath zu gründen“, regte Vorsitzender Wolfgang Preuß an. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Die Jugendlichen bräuchten Anleitung und Begleitung, um ihre Wünsche und Ideen auszuarbeiten. „Das Sprecherteam entwickelt sich“, so Angela Sprink.

Wolfgang Preuß, der auch stellvertretender Bürgermeister ist, kündigte an, in Zukunft zusammen mit seinem Amtskollegen Andreas Seidler Bürgermeister-Sprechstunden im Jugendhaus anbieten zu wollen. „Ich werde die Jugendlichen gnadenlos festnageln, was wir konkret für sie tun können“, versprach Andreas Seidler.

(tpp)