Kultur in Wülfrath Hör-Abenteuer zwischen Western und Klassik

Wülfrath · Beim Herbstkonzert der Musikschule waren alle Sitzplätze belegt. Das Programm begeisterte mit einer großen Vielfalt an Stilrichtungen und Instrumenten. Ein Pianoschüler ist nun Profi-Musiker.

Das Gitarrenensemble unter Leitung von Christoph Kirschbaum lud die Zuhörer zu einem Ausflug in den Wilden Westen ein.

Das Gitarrenensemble unter Leitung von Christoph Kirschbaum lud die Zuhörer zu einem Ausflug in den Wilden Westen ein.

Foto: Achim Blazy (abz)

Zweimal musste es wegen Corona ausfallen, nun ist die Musikschule Mettmann mit ihrem Herbstkonzert nach Wülfrath zurückgekehrt. Im Atrium des Beratungs-Centers der Kreissparkasse waren alle Plätze besetzt, als die Musikschüler zeigten, was sie können. Das Programm reichte von den Werken klassischer Komponisten bis hin zu aktuellen Pop-Songs. Zudem war eine große Bandbreite an Instrumenten zu hören. Für Simon Klüver war es das letzte Konzert als Musikschüler: Der Pianist verdient inzwischen Geld mit seiner Musik und verabschiedete sich mit einem emotionalen Auftritt.

Den Anfang machte das Gitarrenensemble mit drei Titelstücken aus klassischen Western-Filmen. Begleitet wurden die jungen Gitarristen von Lehrerin Sabine Kirschner-Théry auf ihrer Querflöte. Die Melodien klangen mal lateinamerikanisch, mal wie aus einem japanischen Zeichentrickfilm, und machten Lust auf das, was noch kommen sollte. „Im nächsten Block hören wir Klavier von Anika Hauke, zunächst alleine, dann vierhändig mit ihrer Mutter“, kündigte Co-Schulleiterein Susanne Eggern an. Mutter Amy Poon zeigte, dass auch Erwachsene an der Musikschule Mettmann gut aufgehoben sind, was der andere Co-Schulleiter, Lebrecht Heidenreich, besonders hervorhob: „Wenn Sie jetzt Lust bekommen haben, selber ein Instrument zu spielen, dann melden Sie sich bei uns“.

Zu welchen Ergebnissen das führen kann, zeigte das bereits erwachsene Cello-Quartett aus Matthias Tillman, Ralf Schiele, Rüdiger Noeske und Sonja Tewes mit der Serenade KV 439b von Wolfgang Amadeus Mozart und dem Andante Festivo von Jean Sibelius. Anschließend durfte wieder die Jugend auf die Bühne: Sofia Balapanov und Paja Ghadimi-Navel spielten vierhändig am Klavier „Wintermorgen in Istanbul“ des zeitgenössischen türkischen Komponisten Fazil Say. Mit der Hand gedämpfte Saiten erzeugten einen orientalischen Klang für Intro und Outro, dazwischen erzählten variable Melodien eine lebendige, fühlbare Geschichte. „Ein sehr beeindruckendes Stück, und hervorragend gespielt“, lobte Susanne Eggern. Die Schulleiterin durfte im Anschluss selber aktiv werden, da zwei Cellistinnen und deren Lehrerin erkrankt fehlten.

Eggern am Fagott und Flötistin Sabine Kirschner-Théry zeigten, wo die Reise hingehen kann, mit zwei Sätzen aus dem Duo Concertante von Joseph Fiala und einem kubanischen Tanz von Ignacio Cervantes. Dann sprach Simon Klüver ein paar Worte, bevor er „Gott ist tot“ aus dem Musical „Tanz der Vampire“ und das aktuelle „Hold my Hand“ von Lady Gaga aus dem Film „Top Gun: Maverick“ zum besten gab. Thomas Meuser, Sparkassen-Gebietsdirektor für Wülfrath und Heiligenhaus, dankte allen Beteiligten und den fleißigen Helfern aus seiner Firma. „So einen Flügel in die Sparkasse zu kriegen, ist nicht einfach“, verriet Meuser. Noch einmal soll das Herbstkonzert nicht ausfallen: „Ich hoffe, wir sehen uns im nächsten Jahr wieder. Wir sind dann noch hier, wenn Sie verstehen, was ich meine.“