Wülfrath: Griese will in fünf Jahren wiederkommen

Auf Besuch in Wülfrath : Abgeordnete inspiziert die Feuerwehr

Auf ihrer Sommertour hat sich Kerstin Griese die Arbeit in der Wache an der Wilhelmstraße erklären lassen.

Seit 16 Jahren geht die Bundestagsabgeordnete Kerstin Griese (SPD) in ihrem Wahlkreis auf Sommertour und schaut sich unterschiedliche Unternehmen und Einrichtungen an. Am Montag traf sich Griese, die auch Staatssekretärin im Sozialministerium ist, mit der Kreisbauernschaft in Neviges, am Mittwoch stand neben der Buchma cherey Langenberg und der Stadtförsterei Heiligenhaus auch die Freiwillige Feuerwehr Wülfrath auf dem Programm. „Ich glaube, das ist die letzte Feuerwehr in meinem Wahlkreis, die ich noch nicht auf einer meiner Sommertouren besucht habe“, gestand die 52-Jährige. „Ich war hier aber schon mal beim Feuerwehrfest.“

Feuerwehrleiter Guido Großmann führte die Bundesabgeordnete gemeinsam mit Bürgermeisterin Claudia Panke, Wolfgang Preuß (stellvertretender Bürgermeister SPD) und Niels Sperling (SPD) durch die Feuerwache an der Wilhelmstraße und wies auf die besondere Situation in der Kalkstadt hin. Denn die Feuerwehr Wülfrath ist die einzige im Kreis Mettmann, die keine hauptamtliche Wache hat. Sie besteht nur aus freiwilligen Mitgliedern.

Selbst Feuerwehrleiter Guido Großmann und seine Stellvertreter sind Ehrenamtler. Von 7 bis 17 Uhr verrichten sogenannte Gerätewarte, die auf der Wache beschäftigt und die ebenfalls Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr sind, ihren Dienst. Sie kümmern sich um Fahrzeuge und Geräte, fahren aber auch zu Einsätzen raus.

Kerstin Griese zeigte viel Interesse für die Arbeit der Feuerwehr und erkundigte sich, ob die Mannstärke in der Kalkstadt denn ausreiche. „Wir sind derzeit 83 Feuerwehrleute, davon zwölf Frauen“, erklärte Großmann. „Wir könnten aber 20 mehr gebrauchen.“ Das sei unter anderem wichtig, um bei einer Alarmierung mit einer ausreichenden Zahl von Kräften vor Ort zu sein. „Wir alarmieren immer über Bedarf, damit wir genug Feuerwehrleute haben. Das klappt aber nicht immer. Dann müssen wir nachalarmieren, um die Hilfsfrist am Einsatzort einhalten zu können“, erläuterte der Feuerwehrleiter.

Ein Problem sei auch die Art des Einsatzes: Bei größeren Lagen seien die Freiwilligen sofort bereit auszurücken, bei kleineren Einsätzen wie Ölspuren sei die Bereitschaft geringer. „Wir versuchen hier eine andere Lösung zu finden“, sagte Bürgermeisterin Panke. Das könne künftig beispielsweise so aussehen, dass die Feuerwehr dann nur noch für die Sicherung vor Ort zuständig sei und die eigentliche Arbeit  der Bereitschaftsdienst des Baubetriebshofs übernehme. Auch mit Straßen NRW wolle man sprechen, was für Möglichkeiten es gibt. Ziel der Bürgermeisterin ist es, das Ehrenamt zu entlasten  und attraktiver zu machen.

Das soll unter anderem auch durch die neue Feuerwache geschehen, die in den nächsten vier bis fünf Jahren auf dem alten Bahnhofsgelände entstehen soll. Die jetzige Wache ist von 1978 und wohl auch die älteste in ihrem Wahlkreis, wie Griese bemerkte.  Bis der Neubau fertig ist, arbeitet die Stadt an einer Zwischenlösung. Aktuell wird der Schulungsraum, der in der ersten Etage der Wache untergebracht ist, verkleinert, um sechs weitere Arbeitsplätze zu schaffen. Als weitere Maßnahmen sind der Umbau der Fahrzeughalle, die Errichtung einer Leichtbauhalle und der Ersatzbau einer Parkplatzfläche für die Einsatzkräfte vorgesehen.

Kerstin Griese sprach der Freiwilligen Feuerwehr für ihren Einsatz ihren Dank aus und erklärte: „In fünf Jahren werde ich mir dann die neue Wache ansehen.“

(isf)
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