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Wülfrath: Fridays for Future Ortsgruppe Wülfrath

Klima- und Umweltschutz in Wülfrath : „Fürs Klima kann nie genug getan werden“

Pünktlich zum Jahresauftakt beteiligt sich die Ortsgruppe Wülfrath von Fridays for Future an der kreisweiten Demonstration. Überhaupt wollen die FFF 2020 weiterhin einiges bewegen.

Sie wurde mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet, vom Time-Magazin zur Person des Jahres gekürt und gilt als das Gesicht der Bewegung Fridays for Future: Greta Thunberg. Längst ist die von ihr initiierte Bewegung ein globales Phänomen, auch Wülfrath hat inzwischen seine Ortsgruppe. „Unsere WhatsApp-Gruppe existiert seit dem 6. April“, knapp einen Monat später fand das erste Treffen in der realen Welt statt, erinnert sich Jan-Niklas Niebisch. Jetzt steht die erste kreisweite Demo 2020 Jahr bevor.

Der offizielle Delegierte der „FFF Wülfrath“ hatte mit seinem Klimaengagement zunächst in Düsseldorf begonnen, um zusammen mit Freunden die Wülfrather Formation ins Leben zu rufen. In der Diskussionsgruppe sind inzwischen etwa 80 Teilnehmer, „ein ausgesprochen gutes Ergebnis“, ordnet der 17-Jährige Schüler, der im nächsten Jahr sein Abitur ablegen möchte, mit Blick auf die Einwohnerzahl der Kalkstadt die Größe ein. Zehn bis 15 Menschen gehören zum Organisationsteam, und dass „2019 in nahezu jedem Monat mindestens eine Aktion stattfand“, sei ebenfalls eine ordentliche Bilanz. Ganz wichtig ist es für den Schüler, sich „immer wieder und weiter einzubringen. fürs Klima ist nie genug getan.“ Ebenso wichtig ist, Themen breit zu streuen, viele zu interessieren und zu umsetzbaren Ergebnissen zu kommen. Auch das ist 2019 „gelungen, wir haben den Arbeitskreis Klimaschutz mit Mitgliedern aller Parteien gegründet“, der BUND ist ebenso im Boot. Viele Klimaschutz- und Umweltthemen wurden in die Verwaltung gebracht und diskutiert, „auch in den Fraktionen wird das weitergeführt“. Weiterer wichtiger Aspekt ist die Wiedergründung eines Jugendrats. „Wir sind die einige Stadt im gesamten Kreis Mettmann, der über kein Jugendparlament verfügt“, was sich nach Meinung der engagierten FFFler dringend ändern soll. Denn auch damit wäre im besten Fall ein weiterer Multiplikator in einer jungen Generation geschaffen.

Dass das Klima in Gefahr ist, wusste Jan-Niklas Nibisch „immer. Wie stark aber die Gefahr ist, wurde mir erst jetzt bewusst“, berichtet er über seinen Einstieg ins Sujet. Rund um die Ereignisse im Hambacher Forst zwischen Köln und Aachen „wurde mir klar, dass jetzt was getan werden muss“. Und deshalb will der junge Mann, der im April 18 Jahre alt wird, sich unbedingt weiter für die gute Sache einbringen.

Gleich zu Jahresbeginn geht es für die FFFler mit der Demonstration heute, 3. Januar, los. Dann soll unter anderem für eine bessere Anbindung und den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs gepunktet werden. „Wir brauchen im Kreis Mettmann eine bessere Nord-Süd-Verbindung“, lautete hierzu die Forderung, mit der vor die Kreisverwaltung gezogen werden soll. Auf der Agenda stehen „viele weitere kleine und große Aktionen, mit denen wir auf unsere Ziele aufmerksam machen wollen“, außerdem soll die Vernetzung der Mitglieder einzelner Ortsgruppen ausgebaut werden und die Klimagerechtigkeit weiter in den Fokus genommen werden.

„Die Politik muss schon jetzt sogenannte Klimaflüchtlinge im Sinn haben“, formuliert er den möglichen Zuzug von Menschen, die vor klimatischen Katastrophen in ihrer ursprünglichen Heimat davonlaufen. „Darüber sollte schon jetzt nachgedacht werden, damit es nicht erst zu einer Krise kommt, sondern überlegtes Handeln folgt.“

Den Kampf gegen Klima- und Umweltkatastrophen ist nach Jan-Niklas Niebischs Meinung keiner Altersgruppe vorbehalten. „Das sollte ein generationsübergreifendes Phänomen sein“, aus den FFFlern haben sich in Wülfrath bereits „Parents for Future“ entwickelt. „Nur gemeinsam können wir etwas erreichen.“ Wie mit Greta, „vor ihr haben wir großen Respekt, sind aber komplett unabhängig von ihr. Sie ist Teil einer Bewegung, nicht unsere Schutzpatronin.“