Wülfrath:Förderverein Medienwelt auf Suche nach Unterstützern

Leselust in Wülfrath : Förderverein sponsert Medienwelt

Trotz guter Zahlen mit 29.267 Besuchern und 229 Neuanmeldungen ist die Bücherei auf Unterstützung angewiesen.

Obwohl nur 763 Stunden im vergangenen Jahr geöffnet, nutzten 2049 aktive Entleiher und 29.267 Besucher insgesamt das Angebot rund um die Medienwelt. Besonders erfreulich ist die Zahl von 229 Neuanmeldungen. Und obwohl die Fakten für eine so kleine Bücherei erfreulich sind, ist sie auf ehrenamtliche Unterstützung angewiesen. Maßgeblich erfolgt sie durch die Mitglieder des Fördervereins.

„Ich war immer schon ein Fan der Stadtbücherei. Als Kind bin ich nachmittags von Düssel aus mit dem Bus hingefahren“, erinnert Andrea Pabst sich. Bis heute hat sich nichts an ihrer Vorliebe geändert und seit annähernd zehn Jahren ist sie Vorsitzende des „Förderverein Stadtbücherei Wülfrath e.V.“, den sie zusammen mit Julia Roedenbeck und Manuela Rader leitet. Zwar hat der Verein 58 Mitglieder, es dürften gerne weitere Aktive sein: „Wenn wir mehr Helfer hätten, könnten wir noch mehr Veranstaltungen stemmen“, ist sie sicher. Zwar mache die Planung und Durchführung von Veranstaltungen rund ums Buch Spaß – aber Arbeit. Früher habe es beispielsweise auch einen Bücher-Flohmarkt gegeben: „Altersbedingt ist es uns aber zu schwer geworden, die Bücher aus dem Keller zu holen.“ Ein kleiner Bücherwagen dient als Flohmarkt-Ersatz.

Der Förderverein trägt dazu bei, dass in der Medienwelt viel geboten wird. „Wir unterstützen den Sommerleseclub jedes Jahr mit rund 1000 Euro, damit unter anderem neue Bücher angeschafft werden können“, erzählt sie. Am beliebten Leseclub können sich neuerdings „auch Teams – etwa Oma, Mutter und Enkel – anmelden“, klärt die Leiterin der Medienwelt, Yvonne Jacobs, auf.

Darüber hinaus werden weitere Veranstaltungen vom Verein finanziell unterstützt, etwa die „Buchlese“ im November. „Das Team der Buchhandlung Rüger stellt dann neue Bücher vor. Beim letzten Mal waren fast 70 Zuhörer da“, ist Andrea Pabst von der Resonanz begeistert. Alle zwei Jahre nimmt die Medienwelt an der „Nacht der Bibliotheken“ teil und am 26. März findet eine Autorenlesung zum Thema „Wege weg vom Stress“ statt. Zusammen mit anderen Mitgliedern kümmert sich die Vereinsvorsitzende auch um die „Bücherbar“ am Wareplatz – eine englische Telefonzelle bietet die Möglichkeit, mit anderen Menschen Bücher zu tauschen. „Leider finden wir auch schon mal leere Flaschen, Regalbretter wurden zerstört“, berichtet sie vom Vandalismus.

Zwei der Vereinsmitglieder sind zudem ehrenamtlich als Vorlesepaten aktiv. „Wir haben insgesamt acht Vorlesepaten, die fast jeden Samstag um 11 Uhr Geschichten vorlesen“, berichtet Yvonne Jacobs. Ebenso wie das Vorlesen werden alle Veranstaltungen „sehr gut angenommen“, berichtet sie. „Wir freuen uns natürlich über die Unterstützung vom Förderverein und die gute Zusammenarbeit.“ Wegen der Haushaltssperre gebe es derzeit keinen Etat von der Stadt.

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Fördervereins 2019 gab es einen neuen Flyer sowie ein neues Logo, das ein aufgeschlagenes Buch und eine CD zeigt. „Die Bürger konnten Vorschläge machen und wir haben den passendsten ausgewählt“, erzählt Andrea Pabst von der erfolgreichen Aktion.

Sie selbst hat jedenfalls noch lange nicht genug vom Lesen. „Neben Thrillern lese ich auch gerne Reiseführer“, verrät sie. Denn Reisen ist ebenfalls eine ihrer großen Leidenschaften.