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Wülfrath: Ein Open Air der Superlative: Chapeau, Würg!

Wülfrath : Ein Open Air der Superlative: Chapeau, Würg!

Weit über 4000 Besucher feiern zehn Stunden lang mit der Wülfrather Rockmusikergemeinschaft im Stadtpark.

Wenn viele Menschen gemeinsam etwas mit viel Leidenschaft tun, dann kann eigentlich nur Gutes, Großes, Gigantisches, dabei heraus kommen- so wie beim Open Air im Park, dass alle zwei Jahre von der Wülfrather Rockmusikergemeinschaft (Würg) organisiert wird.

Das kleine Mädchen mit den blonden Zöpfen und dem riesigen Kopfhörer kreischt vor Freude, immer wieder hüpft die Zweijährige über die auf dem Boden gesicherten gelben Verkabelungen, ist ganz in ihrem Element. Was um sie herum passiert, davon bekommt sie nur wenig mit: unmittelbar vor ihr, oben  auf der Bühne stimmen drei langhaarige, bärtige Musiker einen der berühmtesten Deep Purple Songs an: Die ersten Riffs von Smoke on the water schallen weit über die große Wiese im Park hinaus ins beschauliche Wülfrath Es ist gerade mal 14 Uhr, das Festival hat gerade erst begonnen, nur wenige Besucher haben sich vor der Bühne versammelt und verfolgen den Auftritt der Black Sheeps aus Velbert. Ein paar schwarz gekleidete Fans prosten den Musikern mit ihrem Bier aus Mehrwegbechern zu, bewegen sich im Rhythmus des bekannten Refrains.

Die Tafel Niederberg bietet Pommes und Currywurst an Um diese Uhrzeit stehen die Mitarbeiter noch entspannt am Stand, das Team am  mobilen Bierausschank stellt noch Becher parat, putzt ein letztes Mal vor dem großen Andrang über den Tresen, die Helfer beim Wertmarkenverkauf füllen die Kasse mit Wechselgeld auf.

Zeitsprung: Es ist 20 Uhr, der Gitarrist der Iron Maiden Tribute Band 667- The Neighbour of the beast wirft sein Plektrum ins Publikum, die vielen Hardrockfans reißen euphorisch die Arme hoch, sie headbangen, spielen Luftgitarre, sie kennen jeden Ton, jede Zeile von „Fear of the dark“ und „Run to the hill“, hängen dem im schwarzen Frack gekleideten Frontmann an den Lippen, ein kleines Wacken mitten im Niederbergischen.

Und während die Sonne langsam am Horizont verschwindet, strömen mehr und mehr Menschen auf das Gelände, versammeln sich auf der Wiese, tanzen, trinken, feiern. „Einfach unglaublich“, sind so ziemlich die einzigen Worten, die Würg-Vorstandsmitglied „Gouda“ beim Blick auf die Menschenmassen vom Backstagebereich aus einfallen, „Irre, Wahnsinn.“ Keine Verletzungen, keine Streitereien, keine technischen Probleme- es ist ein rundum entspanntes Festival, das mit dem Auftritt von „Bounce“ als Headliner des Abends- einen krönenden Abschluß findet. Die Wülfrather Bon Jovi Tribute Band ist mittlerweile in ganz Europa bekannt und wird auch hier gefeiert wie Superstars, vor allem die weiblichen Besucherinnen stehen dich gedrängt in den ersten Reihen, eine junge Frau schmachtet offensichtlich Sänger Oliver Heinrich an. „Ich weiß wo er wohnt, aber ich sags dir nicht“, brüllt ihr ein Besucher grinsend ins Ohr, „Datenschutz, du verstehst schon.“

„Keep the faith“, It´s my Life“ und „I will always love you“ schallt es in die klare Wülfrather Nacht hinaus, die Lichtshow auf der Bühne wirft Reflexionen in den Himmel. Sänger Oli bringt das, was vermutlich alle Anwesenden an diesem Abend empfinden, mit seinen ganz eigenen Worten auf den Punkt. „Was Ihr jedesmal leistet ist der Hammer, Würg, Danke dafür.“

(dani)