Wülfrath: Düsselmusiker gibt neues Album heraus

WÜLFRATH: Musiker macht Hündin „Frida“ zum Hit

Der Düsselmusiker Nicolai Burchartz hat jetzt sein Album „Geschafft“ herausgegeben. Er ist zufrieden mit seinem Werk. Und nach „Frida“ gibt es mit „Tauben“ ein neues, tierisches Stück mit Ohrwurm-Potenzial.

Nehmen Sie einmal die Essenz Ihrer vergangenen zwei Lebensjahre, verfeinern Sie sie kunstvoll und lassen Sie das Ganze in einem Presswerk zu einer CD verdichten. Der Düsselmusiker Nicolai Burchartz hat es für sein neues Album „Geschafft – bis hierhin und weiter“ so gemacht: „Diese zwei Jahre waren eine nachdenkliche Zeit.“ Herausgekommen ist dabei ein Silberling, nach dessen Hörgenuss man vor blanker Seinstiefe und triftigen Erkenntnissen erst einmal seelig seufzen muss.

Es wimmeln darauf viele Gnome, nicht die zipfelmützigen, sondern jene poetischen Sinnsprüche, mit denen man besser durchs Universum kommt: „Macht Dich auf, bevor die Welt, da draußen auseinanderfällt“, mahnt etwa das Eröffnungslied „Während Du wartest“.

Wie kommt es, dass die Musik bei solch anpackenden Worten trotzdem recht mollig sehnsüchtig klingt? Burchartz kontert: „Lachen und Weinen liegen einfach sehr nah beieinander. Deren Einheit ist das eigentliche Ziel. Außerdem mag ich einfach melancholische Melodien.“

Die Mittel, die künstlerischen Vorstellungen in die Tat zu setzen, sind handverlesen. Zu hören gibt es neben der Stimmkraft von Burchartz gerade einmal Gitarre, Klavier, Cajón, Geige, Bratsche und Bass – ganze glorreiche sieben Instrumente. Zur Band, die im Studio von Tontüftler David Ropertz die dichte Atmosphäre des Buenos Aires der Fünfziger Jahre nachgezaubert hat, gehören noch Julia Jech und Matthias Hülshoff.

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Beim geheimniswahrenden Stück „Pausenhoftango“ lassen sie die Welt zum Beispiel rückwärts drehend und die Vergangenheit wiederkehrend anfühlen. Mit diesen magischen Musikern würde Burchartz nun liebend gerne auf Tournee gehen, „denn wir hatten schon in diesen wenigen Tagen eine total schöne Zeit und haben viel gelacht.“ Festgehalten ist die quirlige Kreativsession in einem kuriosen Making-Of-Video auf Burchartz‘ Internetseite.

Seine Nachbarn aus Düssel werden Burchartz schon öfter auf einem seiner allmorgendlichen Runden ums Dorf mit seiner Hündin „Frida“ getroffen haben. Diesem Ritualgang zum Tagesstart entspringt die Idee zu Burchartz‘ beliebtestem Lied „Wenn Frida lächelt“, das sich hier in einer tempotreibenden Version samt polkigem Rhythmus wiederfindet. Hierzu werden viele Herzen hüpfen; das ist versprochen.

Eine Fortführung in flatternder Form findet diese Fridamania in der fabelhaften Komposition „Die Taube“. Ungehört ist so etwas - eine gelungene Mixtur aus Ulk und Erbauung. Burchartz zeigt sich zurecht zufrieden, aber noch längst nicht satt: „Das Album ist gemacht, nun muss es unter die Leute. Jetzt heißt es Klinkenputzen und dabei den Spaß nicht verlieren.“

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