Wülfrath: Debatte um Nachfolge für VHS-Haus

Nachnutzung der städtischen Immobilie am Ware-Platz : Neues Kulturzentrum der Vereine im alten VHS-Haus rückt näher

Die Verwaltung erstellt ein förderfähiges Konzept. Der Verkaufsbeschluss des Gebäudes ist bis zur Bewilligung der Zuschüsse ausgesetzt. Das verschafft den Akteuren Zeit.

Die Nachnutzung der leer stehenden Immobilie an der Wilhelmstraße 189 ist quasi ein Dauerthema sämtlicher Ausschüsse. Nachdem zuletzt im Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung SPD, Wülfrather Gruppe, Grüne, Linkspartei und FDP für ein Folgekonzept für das Gebäude stimmten, taten es im Kulturausschuss ebenfalls alle Fraktionen nach. Nur die CDU stimmte dagegen. Parallel dazu ist der Verkaufsbeschluss erst einmal ausgesetzt. „Das verschafft uns Zeit“, wie Kulturausschussvorsitzende Bettina Molitor sagte.

Laut Beschluss wird die Verwaltung nun damit beauftragt, die Erarbeitung eines förderfähigen Konzepts für besagtes Haus zu veranlassen, das eine Nachnutzung durch die Wülfrather Vereine, VHS inklusive, ermöglicht. Auch hier ist alles vorbereitet, längst haben sich in einer Ideenwerkstadt kulturaffine Akteure gefunden und ihre Ergebnisse für ein aus ihrer Sicht zukunftsfähiges Konzept vorgelegt. „Das Haus könnte ein Frequenzbringer werden“, sagte Ingo Wünsch vom Stadtkulturbund über die „rund um die Uhr Belegung“ verschiedener Vereine. Die sind überwiegend in Wülfrath lokalisiert, stammen teilweise aber aus dem Kreis. „Das sind nicht nur Kulturträger, sondern auch Sportler. Das ist neu und das ist gut“, fasste er zusammen. Übrigens gäbe es bereits eine Warteliste, auf der potentielle Mitmacher verzeichnet sind, die gerne Teil eines solchen Kulturhauses wären. Beispiele fürs Funktionieren der Idee sind exemplarisch in Nachbarstädten wie Club Heiligenhaus, Hilden HG, Bürgerbahnhof Vohwinkel oder Kulturvilla Mettmann.

Nicht nur Belebung und Attraktivität gingen von der Reaktivierung des Hauses aus. Gäbe es im Haus Veranstaltungen, würden dadurch Einnahmen zur Re-Finanzierung oder zur Bildung von Rücklagen generiert. Zwar ist bislang keine konkrete Organisationsform für den Träger gefunden worden, da sei man aber auf einem guten Weg. Parallel zu allen notwendigen Beschlüssen – die Wilhelmstraßennachnutzung soll nun Anfang Dezember in der Ratssitzung entschieden werden – hat der technische Dezernent Martin Barnat geprüft, ob prinzipiell eine Förderung der Sanierung des Gebäudes im Rahmen des Stadtentwicklungskonzepts möglicht ist, was der Fall ist.

Viele Zeichen scheinen also auf „Grün“ zu stehen. Auch wenn Rainer Ritsche in seiner Funktion als Kämmerer auf Risiken verwies, wie etwa, dass für den gesamten Förderzeitraum dann bestimmte Auflagen erfüllt werden müssen. Er plädierte für den Umzug der Medienwelt, das sei die „beste Lösung, aber politisch offensichtlich nicht umsetzbar“.