Wülfrath - Bürgermeisterin diskutiert mit Bürgerinitiative

Bebauung in Düssel-West : Bürgermeisterin diskutiert mit Bürgerinitiative

Die Gegner des Regionalplans haben bereits rund 300 Unterschriften gegen ein Baugebiet in Düssel gesammelt.

Erneut hat die Bürgerinitiative Düssel-West am Wochenende Präsenz im Ortsteil Düssel gezeigt. Durch ihre zweite Unterschrifteinaktion sind mittlerweile rund 300 Unterschriften gegen den Regionalplan zusammengekommen, zusätzlich sind es mehr als 200 allein durch eine Online-Petition. Bürgermeisterin Claudia Panke besuchte den Infostand auf dem Dorfplatz am Samstag überraschend.

Rund 90 Minuten lang habe sie sich der Diskussion mit den Bürgern vor Ort stellen und sich viel Kritik für ihre Politik anhören müssen, teilte die Bürgerinitiative (BI) im Anschluss mit . „Das gegenseitige Verständnis ist gewachsen“, resümierte der Initiativen-Sprecher Reinhardt Weniger, „aber in der Kernfrage bleiben wir unterschiedlicher Meinung“. Denn Bürgermeisterin Panke habe deutlich gemacht, dass sie die Regionalplanänderung als „Chance“ sehen wolle, die eine Verdoppelung Düssels möglich mache; die BI lehne dies jedoch als „Gefahr für ein intaktes Düssel“ strikt ab.

Unter dem Titel „Mehr Wohnbauland am Rhein“ hatte die Bezirksregierung Düsseldorf nach möglichen Flächen für Neubebauung gesucht. Im Regionalplan waren für Wülfrath vier Areale ausgewiesen worden, darunter auch in Düssel-West. Dort könnten nach einem Entwurf bis zu 400 Wohneinheiten entstehen. Dagegen hatte sich die Bürgerinitiative Düssel-West gegründet.

Weniger lobte die Bereitschaft der Bürgermeisterin, mit der Initiative und den Düsselern am Samstag zu reden, zeigte sich zugleich aber auch enttäuscht von ihrer Argumentation: „Wenn sie öffentlich sagt, sie habe viel Sympathie für unsere Sorgen und Ängste, müsste als Politikerin aber dennoch anders handeln. Dann ist das für eine Bürgermeisterin – in der Bezeichnung steckt das Wort Bürger – schon ziemlich seltsam.“ Panke versuchte zu beschwichtigen, dass sie die Pläne für das Neubaugebiet in Düssel als Option sehe. Daraufhin wollten die Regionalplan-Gegner wissen, wozu dann ein konkreter Architektenentwurf für bis zu 400 Wohneinheiten erstellt werde. „Diese Frage mit dem Hinweis zu kontern, dabei handele es sich nur um ein beispielhaftes Modell für andere Standorte, sei schon ein starkes Stück“, erklärte Weniger: „Wer soll das bitte glauben?“

Einig mit der Bürgermeisterin sei man sich aber darin, dass zunächst der heruntergekommene Sportplatz in Düssel bebaut werden müsse. Das Thema Änderungen des Regionalplans ist am Dienstag auch Thema im Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung.

(isf)
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