Wülfrath: Budenbetreiber auf Herzog_Wilhelm-Markt

Gute Ideen zur Finanzierung des Abi-Balls : Abiturienten mit Armbrust am „Spardösken“

Zwei Weihnachtsmarkt-Buden werden von Schülern betreut. Sie verdienen sich damit Geld, um die Kosten ihrer Abi-Bälle zu finanzieren.

Die Möglichkeit, sich auf dem Herzog-Wilhelm-Markt etwas dazu zu verdienen, nutzen auch die Wülfrather Abiturienten. Mit ihren Budendiensten wollen sie die Kassen für die Abitur-Feiern auffüllen. „Seit ein paar Jahren kann man an unserer Schule auch Abitur machen und seitdem stehen wir auch in der Bude, um Geld für die Abifeier einzunehmen“, erzählt Manuela Amarate-Puerta von der Freien Aktiven Schule Wülfrath.

„Wir feiern in der Turnhalle und brauchen einen Betrag von ungefähr 3000 Euro.“ An die 1000 Euro, so hoffen die Schüler, könnten auf dem HWM zusammenkommen. „Den Rest wollen wir auf anderen Festen und Feiern dazu verdienen. Und wenn noch etwas fehlt, müssen wir das eben aus eigener Tasche zahlen“, erzählt die Schülerin. „Die letzte Klasse mussten bei ihrer Abiturfeier auch Eintritt nehmen.“

Da es nur gut 15 Abiturienten an der Schule gibt, muss jeder von ihnen drei bis vier Schichten in der Bude übernehmen. „Aber es macht Spaß“, findet Malin Ehrenstein, die mit in der Bude steht und neben weißem Glühwein nun erstmals die „Flotte Biene“ ausschenkt. Das ist, wie sie verrät, eine neue Kreation aus Kamillentee, Holunderblütensirup, Honig und Whiskey. Wie immer im Programm sind die Tiroler Spinatknödel. „Unser Mensa-Koch hat mehrere Pötte Teig gemacht, wir haben dann einen ganzen Tag lang Knödel geformt und sie vorgebacken“, erzählt Manuela Amarante-Puerta. Serviert werden diese übrigens auf recycelbarem Geschirr aus Holz. „Und die Servietten sind schon zu 100 Prozent recycelt“, betont die Schülerin.

Auch das Wülfrather Gymnasium möchte auf dem HWM die Abi-Kasse auffüllen. „Seit einigen Jahren gibt es die Kooperation mit der Kreissparkasse, die uns die Bude zur Verfügung stellt“, erzählt Franziska Welbers, die die Aktion auf dem Markt zusammen mit ihrer Freundin Lisa Jankowski organisiert hat. „Wir feiern in der Wuppertaler Stadthalle und brauchen rund 30.000 Euro“, weiß die Schülerin der zwölften Klasse. „Wir sind 95 Abiturienten und hoffen, auf dem HWM mindestens 500 Euro beim Armbrustschießen zu verdienen. „Außerdem haben wir noch die Einnahmen aus dem Schülerkiosk und am 13. Dezember organisieren wir ein Lehrer-Dinner in der Mensa.“

Für den Weihnachtsmarkt wurde ein Schichtplan aufgestellt. „Wir haben die aus der Stufe eingeteilt, die am motiviertesten waren“, berichtet sie. Am Freitag stand sie selbst in der Bude: „Es hat super Spaß gemacht.“ Ob sie auch selbst mit der Armbrust umgehen könne? „Wir mussten ja ausprobieren, ob es funktioniert“, berichtet sie. Die Pfeile seien zunächst an der Scheibe kleben geblieben, als sie angefeuchtet wurde. „Wasser zu bekommen, war dabei nicht ganz so einfach, wir haben ja in der Bude keins.“

Ansonsten hätten die Schießfreudigen an der Bude oft Erfolgserlebnisse. „Kinder brauchen natürlich etwas Unterstützung von ihren Eltern.“ Wer ins Schwarze trifft, macht fette Beute, „und jeder bekommt einen Trostpreis“, wissen Laura Schimmelink und Celine Zimoch.