Wülfrath: Blues 66 begeistert in Schlupkothen

Wülfrath: Band begeistert mit Songs aus der Jugend

Rund 130 Zuhörer kamen zum Konzert der Band „Blues 66“ in die Kathedrale Schlupkothen. Die Veranstalter waren von dem großen Andrang überrascht und mussten weitere Stühle herbeiholen.

Da kam Veranstalter Bernd Kicinski gleich doppelt ins Schwitzen: erstens wegen der hochsommerlichen Temperaturen und zweitens, weil er selbst Stühle schleppte. Mehr Besucher als erwartet waren nach Schlupkothen gekommen und wollten „Blues 66“ erleben. „Es gab 106 Voranmeldungen, 120 Stühle haben wir aufgestellt, aber jetzt brauchen wir bestimmt 130“, so Kicinski. Er freue sich natürlich über so viele Besucher, sagte er in seiner Begrüßung, wünscht sich aber telefonische Voranmeldungen. „Dann können wir anders bestuhlen.“

Letztlich saßen Zuschauer auf der Bühne und sogar auf der Treppe am Eingang, alle blieben aber gelassen. „Ich möchte die beiden unbedingt sehen, hier an der Tür ist es wenigstens kühl“, sagte Friedhelm Schwarz aus Wuppertal. Auch Annemaria Schneider aus Wülfrath hat geduldig gewartet, bis sie doch noch Karten bekam. „Mein Sohn ist aus Leipzig da“, erzählte sie - und sie habe ihm die Kathedrale unbedingt zeigen wollen.

„Beim nächsten Mal will Bernd Kicinski Hängematten aufhängen“, scherzt Sven Bükow gut gelaunt. Zusammen mit Wolf Wiedemann (Gitarre und Gesang) ist er „Blues 66“. „Wir machen schon seit zehn Jahren zusammen Musik“, erzählt Bükow bevor das Duo aus Korschenbroich das Wülfrather Publikum schon zum vierten Mal mit auf eine „Reise durch den Blues“ nimmt - von Muddy Waters bis Eric Clapton.

Sie haben den Blues im Blut, der Funke springt bei „On the road again“ gleich über: Es wird geklatscht, geschnipst und mitgewippt. Und die Musiker haben genauso viel Spaß wie die Zuhörer. Mit der Bluesharp und geschlossenen Augen interpretiert Sven Bükow den „Blues train“, die „Dampflok aus New Orleans“, und läuft dann singend und fingerschnipsend durch die Zuschauerreihen. Seine humorvollen Überleitungen zwischen den Stücken kommen genauso gut an wie seine Saxophon-Soli. Viel Applaus gibt es für „Not fade away“.

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„Oft streifen wir auch den Rand des Blues“, erklärt indes Wolf Wiedemann. Es habe eine Schaffensphase gegeben, in der die beiden Medleys liebten. „Intermezzo Classico“ kombiniert bekannte Rockmelodien von Deep Purple auf geniale Weise mit dem Volkslied „Hejo, spann den Wagen an“ und animiert zum Mitsingen. Die Querflöte von Sven Bükow erinnert dabei stark an Jethro Tull.

Woodstock-Erinnerungen kommen mit „Red House“ von Jimi Hendrix und „Unchain my heart“ von Joe Cocker auf – zwei Musiker, die die Beiden schon seit ihrer Jugend verehren und auf ihre Art interpretieren.

„Ich kenne die Songs noch aus meiner Jugend, einfach super“, kommentiert Elfi Kingmar. Auch Ute Czeczkae aus Remscheid ist begeistert: „Ein Genuss und ein Ohrenschmaus.“ Ursula Raabe ist ebenfalls froh, noch eine Karte bekommen zu haben: „Die Atmosphäre hier ist immer gut.“

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