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Wülfrath: Bauarbeiten der Regiobahn kommen voran

Wülfrath : Regiobahn treibt Streckenausbau voran

Nachdem gleich zwei mitwirkende Unternehmen in die Insolvenz gegangen sind, laufen die Bauarbeiten für die Streckenverlängerung der Regiobahn wieder nach Plan. Allerdings gibt es immer wieder Überraschungen.

Das Bauunternehmen wird insolvent - das ist der Albtraum auf jeder Baustelle. Bei der Streckenerweiterung der Regiobahn wurde dieses Szenario gerade Wirklichkeit – und das gleich zweimal. Aus Sicht von Projektleiter Joachim Korn hören sich die Hiobsbotschaften so an: „Erst ist die Firma pleite gegangen, die wir mit den Erdarbeiten und eigentlich auch mit dem Gleisbau beauftragt hatten. Und dann auch noch das Unternehmen, das die Stützwand gießen sollte.“

Schon in den vergangenen Monaten war zu sehen, dass es mit den Erdarbeiten plötzlich nicht mehr voran ging. Davor war alles wie am sprichwörtlichen Schnürchen gelaufen. Der Haldendurchbruch war fast geschafft, unentwegt wurde Abraum abgekippt. Und dann geriet das Unternehmen, das von der Regiobahn mit diesen Arbeiten beauftragt worden war, wegen eines zahlungsunwilligen oder -fähigen Kunden in Schieflage. Hinzu kam, dass die Stützwand zwischen Hahnenfurth und Dornap teilweise gegossen worden war, als auch diese Firma pleite ging. Deren Chef wurde direkt auf der Baustelle verhaftet, es ging dabei um das Thema Sozialbeiträge.

„Wir mussten alles europaweit neu ausschreiben“, erklärt Joachim Korn. Mittlerweile habe man zwei Unternehmen gefunden, die dort weitermachen, wo man vor Monaten aufgehört hatte. Einerseits ist es die Zeitverzögerung, die ihn als Projektleiter verständlicherweise ärgert. Andererseits sei es aber auch so, dass bei den vorherigen Ausschreibungen andere Preise gegolten hätten. Die Baubranche boomt, als Auftraggeber müsse man nun tiefer in die Tasche greifen. Hinzu komme noch, dass die Firmenpleiten ausgerechnet in die warmen Sommermonate gefallen seien, in denen die Arbeiten hätten gut vorangehen können.

Nun läuft´s also wieder auf der Baustelle, und wenn das so bleibt, sollen die Erdarbeiten zum Jahresende abgeschlossen sein. Weiter geht’s dann mit dem Parkplatz, der Treppenanlage und der Elektrifizierung. Läuft letztere auf Wuppertaler Gebiet relativ problemlos, so gibt es in Mettmann diverse Probleme mit Anliegern, deren Grundstücke die Regiobahn für die Elektrifizierung der Strecke braucht. Einige wollen Abstandszahlungen, andere stören sich am befürchteten Elektrosmog. Wieder andere haben ihren Anwalt eingeschaltet, möglicherweise sind gerichtliche Klärungen nötig.

Überraschungen hatte es zwischenzeitlich auch mit den unterirdisch verlegten Stromleitungen gegeben, auf die man entlang der Streckenerweiterung gestoßen war. Auf keinem Plan eingezeichnet, niemand wollte dafür verantwortlich sein, und ob noch Strom durch sie hindurch floss, wusste man auch nicht. „Wir haben eine ferngesteuerte Schneidemaschine besorgt und sind in Deckung gegangen“, erzählt Joachim Korn von Momenten, die sich niemand wünscht. Den Stromdurchfluss vorher zu prüfen sei nicht zweifelsfrei möglich gewesen, sagt Korn.

Gänzlich unproblematisch scheint hingegen die sogenannte Einschleifung auf die DB-Strecke in Dornap zu laufen. Die Fahrleitungsmasten stehen, die Weichen sind eingebaut, und sobald die Straße nach Düssel verlegt wurde, kann der Anschluss hergestellt werden, versichert der Projektleiter. Die Vorbereitungen im Stellwerk sind bereits abgeschlossen.