Wülfrath: Auf einen Sprung in die Kirche kommen

Offenes Angebot : Auf einen Sprung ins Gotteshaus

Die Stadtkirche ist jeden Mittwoch für Besucher geöffnet – möglich nur durch die Unterstützung von Ehrenamtlichen.

Dass eine Kirche nicht nur ein Raum der Andacht und des Betens sei – da sind sich Christel Freyaldenhoven und Klaus Jansen sicher. Gemeinsam mit weiteren zehn Ehrenamtlern des neu gegründeten Fördervereins bieten sie daher einmal in der Woche, stets mittwochs, den Tag der offenen Kirche in der Wülfrather Stadtkirche an.

„Und das Konzept geht auf. Wir sind im Mai dieses Jahres mit diesem offenen Tag gestartet und konnten schon etliche Besucher willkommen heißen.“ Die Gründe, warum ein Besucher den Weg in die Stadtkirche findet, sind unterschiedlich. „Nicht selten ist es die Neugier. Die Kirche wurde vor rund zwei Jahren aufwendig saniert, bekam neue Fenster, teilweise ein neues Dach, einen neuen Fußboden und eine Generalüberholung der Sitzbänke. Da hat sich schon einiges optisch verändert“, berichtet Christel Freyaldenhoven. Manchmal ist es aber auch der Wunsch nach Stille. Innehalten vom stressigen Alltag. „Dann lassen wir die Menschen auch in Ruhe“, verrät Klaus Jansen, der sonst aktiv auf jeden Gast zugeht.

Den Besuchern mit Rat und Tat zur Seite stehen, Informationen rund um Kirche und Gemeinde liefern und – mit ein wenig stolz – die Neuerungen präsentieren, sind ebenfalls Anliegen der Ehrenamtler, die sich stets zu zweit für den wöchentlich dreistündigen Dienst (immer mittwochs von 15 bis 18 Uhr) in der Kirche verabreden. So verfällt man auch mit Christel Freyaldenhoven und Klaus Jansen schnell ins Plaudern und erfährt, dass die heute evangelisch genutzte Kirche nicht als solche errichtet wurde, ursprünglich war es eine katholische Kirchstätte. Erinnerungen daran lassen sich heute an den Wänden des restaurierten Altarraums finden. Überreste zahlreicher Fresken, in reformierten Gemeinden eher unüblich, zieren den gesamten Bereich am Ende des offenen Kirchenschiffs. Die heute stark verblassten Bildnisse zu restaurieren, ist ein großer Wunsch zahlreicher Gemeindemitglieder. „Lediglich ein Teil des Abendmahls und des Heiligen Christopherus sind noch sichtbar. Der Rest ist nur noch schemenhaft zu erahnen“, erklären die Beiden mit Blick auf die Fresken.

Eine umfangreiche Sanierung könnte bis zu 200.000 Euro kosten. Geld, das die Gemeinde, aber auch der Förderverein der Stadtkirche, nicht hat.

Auch Überlegungen, die Bildnisse mit Glasabdeckungen zu schützen und gleichzeitig auf diesem Glas einen Überblick der ursprünglichen Darstellungen zu drucken, lassen sich nicht kostengünstig realisieren. Stören würden die Fresken nicht, glauben die Ehrenamtler. „Schließlich haben wir hier schon einige ökumenische Einschläge und leben den ökumenischen Gedanken“, sagt Freyaldenhoven.

Eine Osterkerze, die ein Geschenk der katholischen Gemeinde war und zentral im Altarraum steht, untermauert diese Aussage. Dass Kirche mehr bedeutet als der Besuch eines Gottesdienstes, darüber sprechen die beiden Gemeindemitglieder ebenfalls gerne. So werden auf Wunsch auch Hinweise zu Gemeindeangeboten, wie dem regelmäßig initiierten Seniorenkreis, vermittelt. „Wir fühlen uns in der Gemeinschaft wohl. Und das vermitteln wir gerne auch Interessierten“, freut sich Klaus Jansen.

(taba)
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