Wülfrath: Anbindung nach Aprath bleibt vorerst so

Wülfrath : Stundentakt ärgert die Wülfrather

Die Verwaltung will die Anbindung an Aprath nicht verbessern. Das stößt auf Kritik von BUND und Bürgerverein.

Die Anbindung zum S-Bahnhof Aprath könnte nach Ansicht vieler Bürger besser sein. Die jetzige Situation kritisieren der Naturschutzverein BUND mit seiner Ortsgruppe Wülfrath sowie der Bürgerverein Wülfrath, wie in einem offenen Brief an die Bürgermeisterin Claudia Panke deutlich wird. Das letzte Treffen des Arbeitskreises Stadtbuskonzept zu dem Thema hat am 15. November 2001 stattgefunden. Damals waren 16 Teilnehmer und Vertreter fast aller Parteien anwesend. Danach hätte es kein Treffen mehr begeben, beklagen BUND und Bürgerverein und appellieren: „Wülfrath hat lange genug auf den Anschluss gewartet, ein weiteres Jahr Verzögerung darf nicht mehr sein!“ Sie reagieren damit auf eine Mitteitung der Stadt, dass der Bus zum S-Bahnhof Aprath weiter im Stundentakt fahre.

Die Stadtverwaltung hatte darin erklärt, dass sie in den vergangenen zwölf Monaten intensive Gespräche mit dem Kreis Mettmann, der Stadt Wuppertal sowie den Verkehrsunternehmen WSW mobil und Busverkehr Rheinland geführt habe. Darin ging es darum, eine bessere Anbindung zum Bahnhof Aprath zu prüfen. „Ziel war es, den bisher stündlichen Takt der Buslinie 601 zwischen S-Bahnhof und Wülfrath Stadtmitte zu erhöhen und zur kommenden Fahrplanumstellung nach der Maßgabe ,Jede S-Bahn ein Bus’ anzupassen“, teilt die Stadtverwaltung mit. Gleichzeitig wurde eine Verkürzung der Fahrzeit der Busse durch einen direkteren Linienweg und eine Optimierung der Umsteigezeiten zur S-Bahn geprüft. Das Ergebnis der Auswertung ist jedoch, dass die unterdurchschnittliche Fahrgastauslastung der Busse eine Angebotsausweitung wirtschaftlich nicht hergibt.

„Wir hätten uns gewünscht, dass durch ein attraktiveres Angebot auch mehr Fahrgäste gewonnen werden können. Nach dem nun vorliegenden Ergebnis der Prüfung gehen die Verkehrsunternehmen davon leider nicht aus“, erklärt der Technische Dezernent Martin Barnat. Das liege wohl auch daran, dass Wülfrath über den Schnellbus SB 69 zum Wuppertaler Hauptbahnhof und über die Buslinie 746 an den S-Bahnhof Mettmann-Stadtwald bereits sehr gut angebunden sei.

Die Stadt will auch im Rahmen des sich derzeit im Bau befindlichen S-Bahnhof Hahnenfurth-Düssel die dortige Busanbindung prüfen. Diese ist derzeit jedoch zurückgestellt, da die Inbetriebnahme der S28 nicht wie geplant zum Jahresende erfolgen kann. Zu Beginn des Jahres 2020 hat die Stadt dies jedoch auf ihrer Agenda.

BUND und Bürgerverein können die Stellungnahme der Stadt nicht nachvollziehen, denn eigentlich müssten alle Voraussetzungen vorliegen. „Auch das Geld müsste im Haushalt stehen, umso mehr, da die drei Linien zum Bahnhof Dornap in diesem Jahr noch nicht eingerichtet werden.“ Was noch fehle, sei ein Angebot an die WSW, das diese nicht ausschlagen können. „Andere Städte haben ja auch Ortsbusse eingerichtet. Die Strecke der Linie 601 ist ausschließlich auf Wülfrather Gebiet, Abstimmungen mit anderen Städten sind nicht nötig.“

(isf)
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