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Wülfrath: Aktionsbündnis Gewaltprävention

Wülfrather Expertenrunde zur Gewaltprävention stellt Aktionen zum Thema „Respekt“ vor : Respekt als Basis für gutes Miteinander

Expertenrunde „Gewaltprävention“ hat Konzepte für besseres Zusammenleben entwickelt. „Respekt“ steht im Fokus.

Ein durchweg positives Fazit zog Bürgermeisterin Claudia Panke anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Expertenrunde Gewaltprävention. „Auch wenn zwei Kapitalverbrechen in unserer Stadt Anlass für den Schulterschluss von Verbänden, Kirchengemeinden, Moscheeverein, Polizei und verschiedenen Ämtern der Verwaltung wie Ordnung, Jugend und Soziales waren, können wir zu Recht stolz auf das sein, was wir bisher in Sachen Gewaltprävention erreichen konnten“, resümierte sie.

Es gäbe noch viel zu tun, aber gemeinsam „sind wir auf einem guten Weg“, leitete sie auf weitere Bausteine zur Fortführung des Konzepts über. Die 17 Personen des Expertenkreises wollen nicht allein auf den „Anti-Gewalt“-Infostand setzen, sondern mehrere Aktionen für verschiedene Zielgruppen anbieten. „Am Informationsstand haben wir viele Anregungen von Bürgern erhalten“, zunächst wurden beispielsweise sogenannte „Angsträume“ erkundet – und geklärt, was an diesen Stellen angsteinflößend ist.

Nun steht das weite Feld um den Begriff Respekt im Fokus. „Respektlosigkeit geht uns alle an. Es geht uns um jegliche Art von Respekt: gegenüber allen Menschen, unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion, Beeinträchtigungen oder wirtschaftlicher Situation. Respekt in den ‚Sozialen Netzwerken‘, gegenüber Rettungs- und Einsatzkräften und nicht zuletzt gegenüber Natur und Umwelt“, sagte Sozialdezernentin Michaele Berster.

Die Expertenrunde versteht sich deshalb auch nicht als „geschlossene Gruppe, wir freuen uns über jeden, der mit tun möchte und mit neuen Ideen kommt“, erklärte die Bürgermeisterin. Auf der Homepage der Stadt, so kündigte Ordnunsamtschef Sebastian Schorn an, soll ein Fragebogen eingestellt werden, auf dem jeder seine Meinung zum Thema Respekt anonymisiert abgeben kann.

Auch neu ist ein Logo, das künftig alle Veranstaltungen wie jetzt drei bevorstehende Workshops (siehe Infobox) zieren soll. Deutlich ist darin „Respekt“ zu lesen. Dieses zentrale Element stammt von einer Wand am Jugendhaus , das Jugendliche bei einem Graffiti-Workshop dort aufgebracht haben. „Thomas Rehrmann von der Evangelischen Kirchengemeinde hat es jetzt weiterentwickelt und um den Schriftzug ‚Wir in Wülfrath‘ sowie das Stadtwappen ergänzt, also logo-tauglich gemacht“, erklärt Diakon Michael Anhut von der Katholischen Kirchengemeinde in Vertretung seines Kollegen.

Neben den Terminen jetzt im Februar gibt es Planungen für die zweite Jahreshälfte. Bei einer Aktion soll dann beispielsweise an den weiterführenden Schulen ein Theaterstück zum Thema häusliche und sexualisierte Gewalt gezeigt werden: „Im Anschluss an die Aufführung sollen sich die Schüler unter Anleitung mit diesem sensiblen Thema auseinandersetzen“, erläutert Eva-Maria Düring vom SKFM, die für dieses Projekt verantwortlich zeichnet. Sie lobte außerdem das Wülfrather Expertengremium: „Ich bin ja im gesamten Kreis tätig und kann es daher beurteilen: Eine vergleichbare Gruppe unterschiedlicher Akteure, die sich mit der Aufgabe befassen, Gewalt und Respektlosigkeit zu verhindern, gibt es in keiner anderen Stadt.“