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Wlfrath: Farben mischen wird zur Jugendkultur

Kreative Angebote : Farben mischen wird zur Jugendkultur

Wülfrath stellt mit drei Angeboten an zwei Orten die Antenne auf die „Nachtfrequenz - Nacht der Jugendkultur“ ein. Im „Wir-Haus“ ging es um Wortwolken. bei der Bergischen Diakonie ging es um Kalligraphie und Farbmisch-Techniken.

Gleich drei Angebote gehörten am Samstag zur Nachtfrequenz – Nacht der Jugendkultur“: Im Wir-Haus ging es darum, in „Wortwolken“ auszudrücken, was einen beschäftigt. In der Bergischen Diakone konnten sich Teilnehmende künstlerisch ausprobieren: Easy Pouring (Farbmischtechniken) und Handlettering (Kalligraphie, Schönschrift) standen zur Auswahl. So entstanden mit Acryl-Farbe, Spachtel, Fön, oder auch Bindfäden Kunstwerke auf Leinwand, Mal-Pappe, Holzschachteln, Papiertüten oder auch Handy-Hüllen.

Zum dritten Mal leiteten Lea Pulst und Jessica Hartung die Teilnehmer an. „Uns hat bei einer anderen Kunstaktion, bei der wir als Leiter dabei waren, Ingo Wünsch gefragt, ob wir bei der ‚Nachtfrequenz‘ eine Kunstaktion anbieten würden,“ erzählt die 26-Jährige Lea. „Im ersten Jahr haben wir zusammen Mangas gezeichnet, im vergangenen Jahr haben wir Marmorieren-Technik angeboten,“ ergänzt ihre 27-jährige Freundin Jessica.

Die beiden Frauen kennen sich von ihrem Studium in Wuppertal. „Wir studieren beide Sonderpädagogische Förderung auf Lehramt“, so Pulst, die in zwei Wochen die Daten für ihre Masterarbeit erheben wird. Beiden macht es viel Spaß, sich kreativ zu beschäftigen und ihr Wissen an andere weiterzugeben. Diesmal zum Beispiel an die Brüder Jan, 15 Jahre, und den neunjährigen Florian. Ihre Mutter Nicole hat die Jungen gebracht und ist geblieben. „Mir macht diese Technik viel Spaß, denn je nachdem, welche Farben und welches Werkzeug ich wähle, mit dem diese auf der Leinwand verteile, immer kommt etwas dabei heraus, das sich nicht vorhersehen lässt,“ schmunzelt sie und kippt vorsichtig die in einem Pappbecher übereinander geschichteten Pastellfarben auf die Leinwand.

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„Die Acryl-Farben kann man als Vollton nehmen oder aber auch mit weiß abtönen“, erklärt Lea Pulst, wie die zarten Töne zustande kommen. Jeder Farbton werde zunächst in einen eigenen Becher gefüllt, dann kommt ein als „Medium“ bezeichnetes Bindemittel hinzu plus destilliertes Wasser. „Alles etwa im Verhältnis von je einem Drittel, dann lässt sich die Acryl-Farbe am besten verteilen. Pur wäre sie zu dickflüssig“, fügt Jessica Hartung hinzu und schaut Florian dabei zu, wie er auf einen schwarzen Untergrund einen pinkfarbenen Klecks mit einem Holzspieß bearbeitet. „Das ist schon mein zweites Bild von einer Galaxie“, sagt der Neunjährige, der die silberne Farbe, die auch in seinem „Mischbecher“ war, mit einem kühnen Strich zu einem Kometenschweif zurechtzieht. Sein Bruder ist derweil in seiner „grün-blauen Phase“ angekommen: Er hat seine „Mischung“ dick auf einer Leinwand aufgetragen und zieht die überflüssige Farbe nun mit einem Spachtel zurecht. Das fertige Werk legt er auf eine auf dem Boden ausgelegte Plastikbahn. Hier liegen bereits ganz Werke, die nun etwa 16 Stunden trocknen müssen.