Vesperkirche in Wülfrath trifft den Geschmack

Wülfrath : Wülfraths Vesperkirche kommt gut an

Zum Auftakt am Sonntag war die Kirche schon sehr gut besucht. Speisen und Getränke sind frei, aber Spenden sind gerne gesehen.

Zusammen richtig gut essen, mit Fremden ins Gespräch kommen oder alte Bekannte wiedertreffen – das kann man noch bis Sonntag, 24. Februar, in der evangelischen Stadtkirche. Wie Jesus es vorgemacht hat, veranstaltet die Diakonie im Kirchenkreis Niederberg täglich von 11.30 bis 15 Uhr dort eine „Vesperkirche“. Zum Auftakt am Sonntag war die Kirche schon sehr gut besucht. Speisen und Getränke sind frei, aber Spenden sind gerne gesehen.

„Hier sitzen Menschen am Tisch, die sich zum Teil jahrelang nicht gesehen haben“, hat Pfarrer Thomas Rehrmann beobachtet; „genau das wollen wir erreichen“. Es gibt viele Stellen in der Bibel, wo die Gemeinsamkeit und das Essen thematisiert werden. Im Auftakt-Gottesdienst vor Beginn der Vesperkirche wurde die Geschichte der „Hochzeit zu Kanaan“ verlesen, in der Jesus Wasser in Wein verwandelt.

„Es war ein schöner Gottesdienst, und die Predigt hat zum Nachdenken angeregt“, findet Thomas Rehrmann. Die Vesperkirche ist eine Idee aus Baden-Württemberg. In den letzten 20 Jahren hat sie sich im ganzen süddeutschen Raum verbreitet, und nun ist auch der Kirchenkreis Niederberg auf den Geschmack gekommen.

Um den richtigen Rahmen für ein Beisammensein zu schaffen, wurde der Kirchenraum umgestaltet. Die Bänke wurden rausgeschafft und stattdessen Tische aufgestellt. An der nördlichen Seite wurde die Essensausgabe aufgebaut und in der südlichen Ecke eine Kaffeeküche eingerichtet. Es ist ein besonderes Ambiente, das dazu anregt, auf seine Mitmenschen zuzugehen.

Jeden Tag gibt es ein anderes Drei-Gänge-Menü und ein wechselndes Begleitprogramm. „Es geht diesmal nicht darum, eine Armenspeisung zu machen, sondern um Vielfalt unterm Kirchendach“, erklärt Elisabeth Selter-Chow, Projektleiterin für die Diakonie. Am ersten Tag wurden schon rund 190 Mahlzeiten ausgegeben, und für die folgenden Tage rechnet das Team ebenfalls mit 150 Gästen im Schnitt. In der Christuskirche in Velbert, wo die Vesperkirche zuvor 15 Tage lang gastiert hatte, waren es sogar 350 pro Tag. Das Ehepaar Wenzl war aus Mettmann angereist und genoss zuerst das Mittagessen und dann Kaffee und Kuchen in der besonderen Atmosphäre. „Das Essen war sehr gut, und es ist toll, dass das alles aus Spenden finanziert wurde“, sagen die beiden einhellig.

Mindestens ein weiteres Mal wollen sie in den nächsten zwei Wochen noch kommen, dann zusammen mit ihren Freunden.

Das Team aus 25 täglich wechselnden Ehrenamtlichen wird sich auch dann wieder gut um sie kümmern. „Das Miteinander ist in der Kirche ein anderes, als wenn man sich im Gemeindehaus oder auf dem Markt treffen würde“, sagt Elisabeth Selter-Chow. Schon jetzt wirke die Vesperkirche in die ganze Stadt hinein. „Die Leute erzählen sich davon.“ Und Pfarrer Thomas Rehrmann unterstreicht: „Wir wollen Gastgeber sein“.

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