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Unwetter-Folgen in Wülfrath: Awo sammelt Spenden für Hochwasser-Opfer

Unwetter-Folgen in Wülfrath : Spendensammlung für Hochwasser-Opfer

Die Arbeiterwohlfahrt stand mit Sparschwein und Geschenken auf dem Heumarkt. Wer angesichts der Unwetter-Katastrophe das Portemonnaie zückte, gab einen hohen Geldbetrag. Awo meldet zudem den Neustart ihrer Angebote.

In den vergangenen acht Monaten musste die Begegnungsstätte an der Schulstraße geschlossen bleiben. Während dieser Zeit hat die Arbeiterwohlfahrt, Awo, Wülfrath Zuspruch und viele Spenden bekommen. Angesichts der Hochwasserkatastrophe wollte man etwas zurückgeben. „Die Lage ist vielerorts noch sehr unübersichtlich und gefährlich. Eine Katastrophe, auf die wir in Wülfrath auf jeden Fall mit einem großen Hilfeengagement reagieren wollen“, sagt Conny Weimer, Leiterin der Begegnungsstätte.

Auf dem Heumarkt baute die Awo einen Stand auf. Dort sollten Passanten spontan Spenden für die Hochwasser-Opfer ins Sparschwein stecken. Da Wülfrath selbst kaum von dem Unwetter in der Vorwoche betroffen war, soll der Gesamtbetrag auf das Spendenkonto von „Deutschland hilft“, einem Zusammenschluss aller Hilfsorganisationen, überwiesen werden. Als Anreiz und kleines Dankeschön durften sich die Spendenden ab einem Betrag von 20 Euro eine Stofftasche aussuchen. Die waren während des zweiten Lockdowns von Awo-Mitgliedern aus gespendeten Stoffen genäht worden. „Im Vordergrund steht aber die Spende – wir könnten solche Taschen schließlich nicht für 20 Euro verkaufen“, betont Awo-Vorsitzender Peter Zwilling.

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In der Zeit von 15 bis 18 Uhr am Freitag kamen zwar nicht außerordentlich viele, dafür aber sehr großzügige Spender vorbei. „Mehrere haben gleich 50 oder sogar 100 Euro gegeben. Das ist nicht selbstverständlich“, zeigt sich Peter Zwilling dankbar. Nach 17 Uhr hatten dann aber alle, die es sich vorgenommen hatten, ihre Spende abgeliefert, so dass ein Gesamtbetrag von 705 Euro zusammen kam. Was zählt, ist der gute Wille und das Engagement, als ein Verein, der sonst Spenden für das eigene tägliche Geschäft sammelt, etwas für andere in der Ferne zu tun. „Auch nach so vielen Tagen kommen einem immer noch die Tränen, wenn man die Bilder aus den Katastrophengebieten sieht“, sagt Monika Lax, die zusammen mit ihrem Mann ebenfalls 100 Euro spendete.

Das tägliche Geschäft der Awo hat nach acht Monaten Lockdown übrigens wieder begonnen. Termine wie Awo-Mittagessen, ZWAR-Basistreffen oder Kultur-Bistro können dem aktuellen Quartalsbrief entnommen werden. Auch die Tagesausflüge im Herbst und eine Urlaubsfahrt an die Mosel (30. August bis 3. September) sollen in diesem Jahr wieder stattfinden. Außer durch Spenden finanziert die Arbeiterwohlfahrt ihre Aktivitäten vor allem durch die Vermietung ihres Hauses an Vereine und Unternehmen. „Wichtig ist auch zu erwähnen, dass wir eine Bundeskegelbahn haben“, sagt Conny Weimer. Dort hat die Keglervereinigung Wülfrath ihren Stammsitz, aber man kann die Bahn auch privat für Kegelabende und Kindergeburtstage (ab zehn Jahren) mieten.