Sternsinger bereiten sich in Wülfrath auf ihre Mission vor

Wülfrath: Sternsinger bereiten sich auf Mission vor

Anfang Januar werden wieder Kinder von Haus zu Haus ziehen. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

Phil ist zufrieden: der rote Umhang aus Pannesamt passt, er ist weder zu kurz, noch zu lang, und darunter ist noch jede Menge Platz für warme Kleidung. Mutter Kerstin Höing bindet die Kordel noch schnell zu einer Schleife. „Prima, sieht gut aus“, sagt sie zufrieden und reicht ihrem Sohn eine mit Steinchen verzierte Krone, „und jetzt schauen wir mal, ob die auch richtig sitzt.“ Alles perfekt: Phil ist kleidungstechnisch perfekt gerüstet für die Sternsingeraktion Anfang Januar, während viele der anderen Kinder, die an diesem Tag zum ersten Vorbereitungstreffen in das Corneliushaus gekommen sind, noch auf den Tischen mit den vielen Gewändern nach dem passenden Outfit suchen.

„Achtet vor allem darauf, dass die Umhänge nicht zu lang sind, sonst könntet ihr leicht beim Laufen stolpern“, rät Gemeindereferentin Ulrike Platzhoff. Rund 70 Kinder aus Wülfrath beteiligen sich Jahr für Jahr an der weltweit größten Hilfsaktion von Kindern für Kinder, viele sind Stammsinger, andere das erste Mal dabei, so wie Finn, Phils Freund. „Ich möchte den Armen etwas Gutes tun, deshalb mache ich mit“, erklärt der Siebenjährige und hält einen Stern in die Höhe, „wir verkleiden uns als Caspar, Melchior und Balthasar.“

Die allermeisten Wülfrather freuen sich auf den Besuch der Sternsingerkinder, belohnen sie großzügig mit Geldspenden und Süßigkeiten. Die, die mehrfach mitgemacht haben, wissen aber auch, dass vereinzelte Bürger eher verärgert reagieren. „Als der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche so aktuell war, hat einer die Kinder angeschrien und hat dann die Tür zugeknallt“, erinnert sich eine Mutter, die stets begleitend dabei ist, „die Kinder waren völlig überfordert.“

Ulrike Platzhoff kann da nur einen Ratschlag geben. „Wenn Euch Menschen unfreundlich begegnen, nehmt es nicht persönlich, sondern sprecht trotzdem den Segen aus, wünscht einen guten Tag und geht einfach weg.“

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Wülfrath ist eine der wenigen Gemeinden, in denen sich auch die evangelische Kirche an der vom katholischen Kindermissionswerk initiierten Hilfsaktion beteiligt. „Für mich gibt es halt nur ein Wir“, erklärt der evangelische Pfarrer Ingo Kriegsmann und fügt augenzwinkernd hinzu, „ich komme aus Köln, da gehört der Dom doch auch allen.“

Rund 20.000 Euro (insgesamt 48,8 Millionen) haben die Kinder im Januar diesen Jahres in Wülfrath gesammelt, neben den 70 Kindern aus den Pfarrgemeinden beteiligen sich auch einige Grundschulen und Kitas Jahr für Jahr. Wer in welchen Straßenzügen und in welcher Gruppe aktiv ist, wird bereits im Vorfeld festgelegt. „Meistens wollen die Kinder da singen, wo sie auch wohnen“, weiß Ulrike Platzhoff aus langjähriger Erfahrung, „und das klappt dann auch meistens.“

Phil, Finn und noch zwei weitere Kinder werden am alten Flehenberg/Marienburger Straße gemeinsam mit ihren Müttern und kleineren Geschwistern unterwegs sein. Allerjüngstes Kind ist übrigens der kleine Felix, gerade mal zwei Jahre alt. „Ich habe zuhause für ihn schon ein Kostüm, aber eine richtige Krone bekommt er nicht, die macht er lieber kaputt, als dass er sie auf dem Kopf hält. Er bekommt eine aus Pappe“, erklärt Mutter Michaela Lindner und streichelt Felix liebevoll über den Kopf, „die hat er mal in einem Restaurant geschenkt bekommen.“

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