Bundestagsabgeordnete auf Sommertour : Politikerin hofft auf Fördergeld für Kirche

Bei ihrer Sommertour besuchte die SPD-Bundestagsabgeordnete in Wülfrath auch den Zeittunnel und die Evangelische Stadtkirche, die zurzeit saniert wird. Wülfrath liegt in ihrem Wahlkreis.

Für die SPD-Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretärin Kerstin Griese ist es seit Jahren wichtig, den Kontakt zu ihrem Wahlkreis zu halten, zu erleben, was die Menschen beschäftigt, was sich in den einzelnen Städten tut. Die bereits 15. Sommertour führt die Politikerin unter anderem auf die Baustelle der sanierungsbedürftigen Stadtkirche.

Kirchen und Kirchenarbeit, das sind Bereiche, die das Leben von Kerstin Griese von Kindesbeinen auf begleiten und beeinflussen, seit 2015 ist sie MiItglied im Rat der evangelischen Kirche, kein Wunder also, dass sich die Bundestagsabgeordnete sehr für das Geschehen, den Umbau rund um die Stadtkirche interessiert. „Das sieht doch schon mal toll aus“, lobt sie beim Eintritt ins das helle große Gotteshaus, einige Bodenbereiche sind mit rot- weißem Band abgesperrt. „Der 70 Quadratmeter große Parkettboden wird gerade durch Schieferplatten ersetzt und so dem Rest des Bodens angeglichen“, erklärt Architekt Rainer Gebauer der Bundespolitikerin und sie erfährt, dass vor allem die Süd- und Westseite des Daches Sanierungsbedarf hat. „Aus Kostengründen konzentrieren wir uns daher auf diese Bereiche, in zehn oder zwanzig Jahren sind dann die anderen Seiten dran.“ Rund 600.000 Euro fließen in die Sanierung, ursprünglich war mit einer halben Million gerechnet worden. „Wie das so oft ist, dass kennen Sie ja auch, es tun sich im Laufe der Arbeiten immer neue Baustellen auf“, erklärt Pfarrer Thomas Rehrmann. Dabei haben die Beteiligten auf Kostenersparnis geachtet, die alten Bänke etwa werden nicht etwa entsorgt, sondern aufgearbeitet.

„Wir haben, weil wir einen Mittelgang geplant haben, die Bänke getrennt“, erklärt der Architekt und zeigt auf das Mittelschiff der Kirche, „diese halben Bänke werden nun umgebaut und dann links und rechts vom Gang platziert.“ Kerstin Griese nickt zustimmend, zeigt sich erfreut über das nicht nur finanz-, sondern auch ressourcenschonende Handeln der Verantwortlichen.

„Um die Gemeinde mit einzubinden haben sich Kirchenvorstand und Architekt einen besonderen Clou einfallen lassen. „Wer bereit ist, den Umbau einer Bank, also rund 800 Euro, persönlich zu finanzieren, dessen Name wird- wenn gewünscht- in das Holz eingraviert“, erklärt Rainer Gebauer, „ebenso handhaben wir es mit den Fenstern, die zwischen 6000 und 13.000 Euro kosten.“ Ob die Stadt sich an den Kosten beteiligt habe, möchte Kerstin Griese wissen. Der Architekt lacht. „ja, sie haben uns die Gebühren für die Baugenehmigung erlassen.“

Die Abgeordnete bittet ihren Pressereferenten, einige Dinge zu notieren: sie möchte klären ob der Topf „Renovierungen von Baudenkmälern“ einen Zuschuss hergibt, sie möchte einen weiteren Termin zur Sanierungsbesichtigung vor der Neueröffnung am 31. Oktober finden und vielleicht sogar am 4. November an einem ganz besonderen Gottesdienst teilnehmen: Dann werden die alten Dachschindel der Stadtkirche präsentiert, die Künstler bearbeitet haben. Denn Kunst, Kultur, Kirche- diese Kombination scheint auch Kerstin Griese zu begeistern. „Unsere Kulturkirche vereinbart diese Bereiche ganz besonders“, schwärmt Pfarrer Thomas Rehrmann und erzählt unter anderem von den zahlreichen Veranstaltungen im Sommer. „Warum weiß ich davon nix?“ fragt die Politikerin grinsend in die Runde, „im kommenden Jahr bin ich sicher mal dabei.“

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