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Sicherheitsberater geben Senioren in Wülfrath Tipps

Wülfrath : Senioren geben Sicherheitstipps

Friedrich Wilhelm Vogel ist einer von fünf ehrenamtlichen Beratern in Wülfrath. Die Polizei sucht weitere Unterstützer.

Wenn Telefonnummern mit spanischen Vorwahlen bei Friedrich Wilhelm Vogel anrufen und ihm jemand erklärt, er habe ein neues Auto gewonnen, legt er direkt auf. So hat er es von der Präventionsstelle der Polizei im Kreis Mettmann gelernt. Und so gibt er es auch an andere Senioren weiter, wenn er beispielsweise über das Thema Trickbetrug informiert. Friedrich Wilhelm Vogel ist ein sogenanntes „ASS“. Seit mittlerweile fünf Jahren ist der 79-Jährige im Aktionsbündnis Seniorensicherheit als Sicherheitspartner ehrenamtlich tätig.

Das Aktionsbündnis Seniorensicherheit ist seit mehr als zehn Jahren ein fester Bestandteil der verkehrs- und kriminalpolizeilichen Präventionsarbeiten in allen zehn Städten des Kreises Mettmann. Aktuell sind kreisweit 104 Sicherheitsberater aktiv, davon fünf in Wülfrath. Aufgabe der „Asse“ ist es, andere Senioren zu informieren und zu sensibilisieren. Die Schwerpunkte beziehen sich auf die Themen Schutz vor Trickdiebstahl und Trickbetrug, Einbruch und Einbruchschutz sowie die sichere Teilnahme am Straßenverkehr. Das Konzept des Aktionsbündnisses ist es, dass Senioren andere Senioren beraten. „Doch häufig glaubt man uns zu wenig“, sagt Vogel. „Wenn wir Senioren ansprechen, erzählen uns die meisten, dass sie auf solche Maschen nicht reinfallen würden.“

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Doch die Zahlen belegen, dass insbesondere ältere Menschen gezielte Opfer von Trickbetrug sind. Wie zuletzt eine 87-jährige Wülfratherin, die einer Geldbotin, die ihr angeblich ihr Enkel geschickt haben soll, 12.000 Euro übergab.

Im Jahr 2014 stieß Vogel eher zufällig zu den Assen. Ein befreundetes Paar engagierte sich bei den Seniorensicherheitsberatern. Der frühere Beamte im Innenministerium und gelernte Vermessungsingenieur machte eine Schulung mit und ist seitdem selbst tätig. Dadurch achtet er noch mehr auf das Thema Sicherheit, denn die Betrugsmaschen sind vielfältig.

„Diese Banden gehen professionell vor und suchen in den Telefonbüchern gezielt nach Vornamen wie beispielsweise Paul oder Wilhelm, weil die Kriminellen dahinter ältere Menschen vermuten“, erklärt Vogel. Auch der Telefontrick getarnt als Polizist komme häufig zum Einsatz. Mittlerweile können die Betrüger sogar auf dem Telefondisplay des Angerufenen bei einem Gespräch die 110 anzeigen lassen. Doch bei einem echten Anruf der Polizei ist nie die Nummer im Display zu sehen, doch das wüssten die meisten Opfer eben nicht. „Es gibt überall Fallen und Tricks mit denen man reingelegt wird“, sagt Vogel.

Erst vor gut einem Monat erhielt der Wülfrather selbst eine Email mit einer Rechnung in Höhe von mehr als 400 Euro, angeblich von der Telekom. Doch bei der Emailadresse wurde Vogel stutzig. Zudem war erst gerade eine Rechnung von seinem Telefonanbieter abgebucht worden und die betrug gerade Mal ein Zehntel des geforderten Betrags. „Ich habe die fingierte Email sofort an die Polizei weitergeben“, sagt Vogel.

Wünschenswert wäre es, dass mehr Vereine, die mit Senioren zusammenarbeiten, auf die Sicherheitsberater zu gehen würden. Auch über Zuwachs würden sich die Asse freuen. „Es wäre schön, wenn Leute, die gerade erst ihr Pensionsalter erreicht haben, dazu stoßen würden.“

(isf)