Sekundarschule in Wülfrath: Eltern üben Kritik an CDU

Mettmann : Sekundarschule: Eltern üben Kritik an CDU

Die Eltern der Sekundarschule fordern von der CDU mehr Anerkennung für die geleistete Arbeit.

Eine Forderung der Wülfrather CDU stößt bei den Eltern der Sekundarschule „Schule am Berg“ auf Kritik. In ihrer letzten Sitzung hatte sich die Ratsfraktion mit der Zukunft der Wülfrather Schullandschaft beschäftigt. Grundlage dazu war eine Analyse zu den aktuellen Anmeldezahlen im vergangenen Schulausschuss.  „Wir müssen die Zusammenarbeit der Wülfrather Schulen weiter verbessern“, fordert Unions-Fraktionsvorsitzender Axel Effert zunächst. Er erinnert die Sekundarschule aber auch an ihren Kooperationsvertrag und sieht in der Zusammenarbeit von Sekundarschule und Gymnasium Verbesserungspotential: „Dass nur drei von 26 Kindern, die voraussichtlich eine Qualifikation für die gymnasiale Oberstufe bekommen werden, ihren Schulweg am Wülfrather Gymnasium fortsetzen, ist unbefriedigend“, erklärt Effert weiter.  Er fordert daher, den bestehenden Kooperationsvertrag mit Leben zu füllen.

Die Eltern der Schule am Berg haben die Botschaft der CDU mit Verwunderung gelesen und wenden sich nun mit einem offenen Brief, der unserer Redaktion vorliegt, an die Mitglieder der Ratsfraktion der Wülfrath CDU. „Die Schule am Berg hat dem Gymnasium Wülfrath alles ermöglicht, was dieses angefragt hat, um Werbung für sich zu machen“, erklärt Anja Metzger, Schulpflegschaftsvorsitzende der Sekundarschule in einem offenen Brief. Sie verweist auf eine bereits  in der Sekundarschule stattgefundene Informationsveranstaltung zur Oberstufe des Gymnasiums. Trotz der Bemühungen beider Schulformen haben sich nur drei Schüler für das Gymnasium entschieden, offenbar bevorzugen mehr die Gesamtschule. „Die Gründe hierfür sollte die Politik untersuchen anstelle Vorwürfe an die Schule am Berg zu richten“, betont Metzger. Die Schulpflegschaftsvorsitzende beklagt außerdem, dass es sich die CDU zu leicht mache, wenn nicht die eigenen Entscheidungen hinterfragt, sondern einer Schule die Schuld zugeschoben werde. „Warum wird nicht untersucht, welche Schulform die Wülfrather Eltern wünschen? Warum wird nicht darüber diskutiert, welche Folgen die Gesamtschulen in Velbert und bald auch in Mettmann für das Wülfrather Schulsystem haben?“, fragen die Eltern der Schule am Berg. Was sich die Elternschaft von der Politik wünscht, ist Anerkennung für die geleistete Arbeit und keine weiteren Steine, die in den Weg gelegt werden.

Darauf gibt es nun wiederum eine Replik von Martin Sträßer, Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion: „Die Wülfrather CDU war maßgeblich an der Gründung der Sekundarschule beteiligt und ist weiterhin sehr daran interessiert, dass sie erfolgreich arbeitet. Die zurückgehenden Anmeldungen zu den weiterführenden Schulen in diesem Jahr hatten aber bei vielen Besorgnis über die weitere Entwicklung der Wülfrather Schullandschaft hervorgerufen. Als CDU-Ratsfraktion war uns der Hinweis wichtig, dass es vor allem Entwicklungen außerhalb Wülfraths sind, die zu dem Rückgang geführt haben. Zugleich haben wir darauf hinweisen wollen, dass der quantitative Rückgang auch qualitative Chancen für beide Schulen beinhaltet. Freie Plätze und kleinere Klassen bieten größere Chancen individueller Förderung.

Angesichts der Lage zwischen größeren Städten bleiben aber beide Schulen für ihren Erfolg mehr denn je auf eine intensive Zusammenarbeit angewiesen. Deshalb hat es schon bei der Gründung der Sekundarschule eine Kooperationsvereinbarung mit dem Gymnasium gegeben. In der Zusammenarbeit geht es sowohl um den Übergang zwischen Grundschule und weiterführender Schule als auch um den Übergang zwischen Sekundarstufe 1 und 2, also zu gymnasialen Oberstufe. Die Probleme mit dem Schulformwechsel nach Klasse 6 sind keiner der beiden Schulen zuzuordnen. Das ist auch von uns immer wieder betont worden.

Die zurückgehenden Anmeldezahlen beim Übergang in das Gymnasiums und Hinweise, das gemeinsame Anmeldeverfahren würde seitens der Sekundarschule infrage gestellt, hatten uns aber nach Diskussion in der Fraktion bewogen, in unserer Stellungnahme zur Zukunft der weiterführenden Schulen dazu aufzurufen, gerade jetzt nicht in der Zusammenarbeit nachzulassen, sondern sie zu intensivieren.

Schulstrukturdiskussionen helfen uns jetzt nicht weiter. Wir sind in Wülfrath gemeinsam einen eigenen Weg gegangen, der jetzt erste Erfolge zeigt. In diesem Jahr werden erstmals Schüler nach einer erfolgreichen Schullaufbahn die Sekundarschule verlassen. Sie sind lebendige Zeichen der erfolgreichen Arbeit einer Schule – und zwar nicht nur diejenigen mit der Qualifikation für die gymnasiale Oberstufe, sondern gerade auch diejenigen mit einem Haupt- und Realschulabschluss. Unsere Gesellschaft braucht sie heute mehr denn je.

Und so vertrauen wir darauf , dass die Sekundarschule an die erfolgreiche Arbeit der Hauptschule Wolverothe und dem Theodor-Heuss-Realschule anknüpft und jeden Schüler im Sinne des bildungspolitischen Auftrags „Kein Abschluss ohne Anschluss“ erfolgreich in die berufliche oder weitere schulische Ausbildung weiter vermittelt. Denn die Schüler des ersten Abschlussjahrgangs sind die ersten Botschafter ihrer Schule. Wir sollten jede/n einzelnen feiern!“

(isf)
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