Wülfrath: Sekundarschule hat Lehrermangel

Wülfrath : Sekundarschule hat Lehrermangel

In der zusätzlichen vierten Klasse sind nun 18 Schüler untergebracht.

Die eigentlich auf drei Eingangsklassen begrenzte Sekundarschule am Berg ist nach den Ferien größer geworden und hat nun eine vierte Klasse gebildet. Darin sind alle 15 Kinder aus Wülfrath, die die Erprobungsstufe am Gymnasium (5. und 6. Klasse) nicht geschafft haben, untergekommen. Dazu kommen drei Schüler von der Realschule Heiligenhaus, die ebenfalls die Schule verlassen haben.

Susanne Büttner, Konrektorin der Sekundarschule, berichtete im Schulausschuss von den ersten Erfahrungen. "Wir haben die Schüler im neuen Gebäude untergebracht, Möbel haben wir kurzfristig organsieren können, neue Tische und Bänke sind aber noch nicht angekommen." Doch es gibt ein noch viel größeres Problem, als fehlende neue Tische. "Wir haben zu wenig Lehrer, deshalb muss der Fachunterricht teilweise ausfallen", sagte Susanne Büttner. Darüber hinaus sei auch der Unterricht am Nachmittag nicht immer bis zur siebten Stunde gewährleistet. Eine Lehrerin sei im Mutterschutz, eine im Erziehungsurlaub, dazu hat ein Lehrer nur eine halbe Stelle und der Direktor sei schwer erkrankt und falle längere Zeit aus - mit dem Personal seien die zusätzlichen Anforderungen durch die Überhangklasse nur schwer zu bewältigen, so Büttner. Die Schule hat nun eine befristete Stelle ausgeschrieben, aber ab de 1. November auch eine feste Lehrer-Stelle.

Die Politiker im Schulausschuss können an diesen Zuständen nichts ändern, weil die Lehrer über die Bezirksregierung zugewiesen werden. Allerdings ist man in Wülfrath über die Vorgehensweise entsetzt, es habe viele unschöne Szene im Zusammenhang mit der Bildung der neuen Klasse gegeben. Das Problem, wohin mit den Schülern, die das Gymnasium verlassen müssen, sei auch in den kommenden Jahre nicht vom Tisch. Es sei davon auszugehen, so die Stadt Wülfrath, dass durch das Wahlrecht der Eltern hinsichtlich der Schulform, Zuzüge und die Zuweisung von Asylsuchenden und anerkannten Flüchtlingen immer wieder zu Engpässen in der Versorgung von schulformwechselnden Kindern und Seiteneinsteigern in Wülfrath und auch in den Nachbarkommunen kommen wird.

Deshalb möchte die Stadt intensiver mit den Nachbarkommunen zusammenarbeiten. Erste Gespräche dazu wurden aufgenommen. Themen sind der Abgleich der örtlichen Schulentwicklungsplanungen sowie gemeinsame Schulentwicklungsplanung sowie Kostenerstattungen für die Versorgung auswärtiger Schüler und die öffentlich-rechtliche Vereinbarungen. In Mettmann etwa wird immer noch über den Bau einer Gesamtschule gesprochen. Ist das eine Lösung auch für Schüler aus Wülfrath?

(RP)