Schulausschuss Wülfrath: Der Trend zur Gesamtschule hält weiter an

Die Anmeldezahlen in Wülfrath liegen vor : Viele Schüler wechseln in Nachbarstädte

Im Ausschuss sind die Zahlen für die weiterführenden Schulen vorgestellt worden.

173 Kinder werden in diesem Sommer in Wülfrath die Grundschule verlassen und nach den Sommerferien auf eine weiterführende Schule wechseln. Dabei zeigt sich zum einen, dass es weniger Empfehlungen von Seiten der Grundschulen als im Vorjahr gegeben hat. Und zum anderen, dass ein relativ großer Anteil  (58 Kinder)  entweder an die Freie Aktive Schule (sechs Schüler) oder in die umliegenden Städte wechselt (acht an Gymnasien, 37 an Gesamtschulen, sieben an spezielle Schuleinrichtungen).  

Damit zeigt sich erneut: Der Trend zur Gesamtschule sei ungebrochen, obwohl viele Schulexperten durch die Entscheidung, G9 wieder einzuführen, mit einer Abnahme der Gesamtschulanmeldungen gerechnet hätten.

Von Seiten des Gymnasiums konnten die Ausschuss-Mitglieder erfahren, dass zehn Kinder nach der Erprobungsstufe mit Ende der Klasse sechs das Leistungsniveau nicht erbringen konnten und daher zum Sommer auf eine andere Schulform - also ortsnah auf die Sekundarschule- wechseln sollten. Die aber hat nur für drei Kinder Kapazitäten.

„Was passiert mit den anderen sieben Kindern?“ „Es ist unsere Aufgabe, uns darum zu kümmern, daher nehmen wir den Kontakt zu den Nachbarstädten auf und versuchen es dort, ansonsten schalten wir die Bezirksregierung ein“, erklärt Schulleiter Joachim Busch. „Da es die Schulpflicht gibt, müssten wir – sollten sich absolut keine Plätze finden lassen- die Kinder weiter beschulen.“

Reto Stein, Leiter der Wülfrather Sekundarschule, teilt mit, dass 26 Schüler in diesem Sommer die Sekundarschule mit Empfehlung für die gymnasiale Oberstufe verlassen werden. „Es sind aber nur drei, die tatsächlich an unser Gymnasium gehen“, erläutert Stein, „drei weitere haben sich für eine Gesamtschule entscheiden, aber die meisten bevorzugen ein Berufskolleg, die Fachhochschulreife, eine Ausbildung. Ich vermute, dass es etwas damit zu tun hat, dass die viele dieser Schüler aus bildungsfernen Familien  kommen und sie eine Art Angst vor dem Gymnasium haben.“

Unabhängig von den Schülerzahlen wünscht sich Joachim Busch eine regelmäßigere Pflege der Grünflächenbereiche am Gymnasium. „Wenn man den Blick auf die Außenflächen richtet, muss man klar sagen: die sind  mehr als unattraktiv“.

Mitgebrachte Fotos bekräftigen diese Aussage: Sie zeigen gestrüppartige Gewächse an der Schule, Algen und Verunreinigungen an den grauen Verkleidungsplatten der Gebäudewände.

„Das geht wirklich nicht“, sagt auch Kämmerer Rainer Ritsche nach Begutachtung der Bilder, „da werden wir auf jeden Fall kurzfristig Abhilfe schaffen.“

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