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Schnelles Internet hat noch Löcher im Wülfrather Stadtgebiet

Breitband-Ausbau in Wülfrath : Schnelles Internet hat noch Löcher

292 Adressen im Wülfrather Stadtgebiet haben noch keinen Breitband-Anschluss. Mit Fördermitteln soll es vorangehen.

Im Ausschusses für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung stand jetzt auch ein Sachstandsbericht zum  Breitbandausbau in Wülfrath auf der Tagesordnung. Der Vorsitzende des Ausschusses, Axel C. Welp (SPD), konnte neben seinen Ausschuss-Kollegen auch zwei Mitarbeiter der Micus Strategieberatungs GmbH begrüßen. Die Düsseldorfer Firma hat im Oktober 2019 in einem Markterkundungsverfahren die Infrastrukturen analysiert, die Geo-Basisdaten ausgewertet und die unterversorgten Bereiche im Stadtgebiet ermittelt.

Außerdem erstellte das Planungsbüro eine Grobnetzplanung und eine Kostenschätzung. Die Ergebnisse präsentierte Projektleiter Alexander Reinartz anhand einer Power-Point-Präsentation den Ausschuss-Mitgliedern sowie zahlreichen Vertretern der Verwaltung, darunter auch Bürgermeisterin Claudia Panke und Kämmerer Rainer Ritsche, sowie einer Handvoll interessierter Bürger.

„Im Wesentlichen sind drei ‚Big Player‘ im Glasfaser-Bereich in Wülfrath unterwegs: Telekom, Unity Media und Net Colgone“, so Reinartz. Er hatte seinen Kollegen Martin Stadtkowitz, der mit ihm als Berater an dem Projekt in Wülfrath arbeitet, mitgebracht. „Der Innenstadtbereich ist bereits gut versorgt. Mit bis zu 400 Mbit bei den Unity Media- und bis 250 VDSL bei den Telekom-Kunden. Die Außenbezirke liegen mit Werten um die 30 Mbit deutlich darunter“. Diese Unterversorgung betreffe 292 Adressen im gesamten Stadtgebiet.

„Damit haben sie eigentlich schon eine sehr gute Ausgangssituation“, so das Urteil des Fachmanns, dessen Büro auf die die Förderanträge, mit der  Bund und Land den Glasfaserausbau voranbringen wollen, spezialisiert ist. „Es handelt sich um rund 56 Kilometer Trassenlänge, um auch die fehlenden 5,58 Prozent des Stadtgebiets mit Glasfaser zu versorgen“. Daher würden auch rund 80 Prozent der Investitionskosten auf den Tiefbau entfallen.

Die restlichen 20 Prozent verteilten sich auf  Leerrohre, Verteilerkästen und das Glasfaserkabel selbst, das mit rund 90 Euro pro Meter zu Buche schage, schlüsselte Alexander Reinartz die ermittelten Kosten weiter auf. „Wir sprechen von 5,4 Millionen Euro Gesamtinvestitionen: Rund vier Millionen entfallen auf Privatanschlüsse, die alle im Außenbereich liegen, eineinhalb Millionen auf Gewerbe sowie 300.000 Euro € auf Schulen.“

Damit diese Summe  zu hundert Prozent über Fördermittel zu finanzieren sei, müssten drei Programme verknüpft werden, so der Experte weiter. „Hier kommt es unserer Stadt ausnahmsweise zugute, dass wir uns in der Haushaltssicherung befinden“, merkte Axel C. Welp an  – denn der Bund übernimmt beim Breitbandausbau generell 50 Prozent und das Land 40 Prozent der Investitionskosten bei Bereichen, die unter 30 Mbit Leistung liegen. Die restlichen zehn Prozent müssen die Kommunen selbst tragen.

„Aber dank der Haushaltssicherung übernimmt das Land diese auch für uns“, so der Ausschuss-Vorsitzende. Kämmerer Ritsche gab allerdings zu bedenken: „Antragstellung, Ausschreibung der Leistungen, Vergabe und Vertragsverhandlungen sowie Dokumentation sind alles Aufgaben, die in den Förderrichtlinien genau festgelegt sind und in der Hand des Fördermittelnehmers liegen. Dies und die Tatsache, dass die Zweckbindung über sieben Jahre läuft, bedeutet, dass viel Manpower in der Verwaltung gebunden wird.“

Auch auf die Zeitschiene ging Alexander Reinartz noch ein: „Ab Stellung der Fördermittelanträge bis Baubeginn werden, je nachdem welcher Anbieter den Zuschlag erhält, zwischen zwei und vier Jahre vergehen“.