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Wülfrath: Sängerkreis feiert 130-jähriges Bestehen mit Konzert

Wülfrath : Sängerkreis feiert 130-jähriges Bestehen mit Konzert

In den Panoramafenstern zogen rote Abendwolken am Firmament, als die Mannen des MGV Sängerkreis Wülfrath beim herbstlichen Teil ihrer Festgesänge zum 130-jährigen Bestehen ihres Vereins ansetzten. Für ihr Programm "Das gibt's nur einmal..." hatten sie beschlossen, diesmal im ausverkauften Evangelischen Gemeindesaal gen Osten zu singen. Die zuletzt genutzte Variante gen Westen hatte sich zwar akustisch bewährt, doch die Nähe zur Eingangstüre sorgte für manche Störung.

Natürlich musste sich der Chor zu Beginn mit einem einfachen Ohrwurm wie "Der Mann im Mond" von "Die Prinzen" einstimmen. Zwei interessante Lieder von Reinhard Mey folgten. "Über den Wolken" bot man ohne den propellerimitierenden Schlagzeugrhythmus und schmeichelte so dem melancholischen Charakter der Komposition. Der ellenlange Sprechgesang in der Moritat von der "Diplomatenjagd" ließ sich hingegen nicht mehr im Geiste auswendig mitsingen.

Die sonst auf Leistung getrimmten Sänger zeigten sich den 160 Hörern freudvoll locker. Udo Jürgens' "Ich war noch niemals in New York" ließ die Wülfrather sehnsuchtsvoll von der weiten Welt träumen. Als Solisten lieferten sich Willi und Andreas Springenberg ein duftes Duett, so als wäre es reine Selbstverständlichkeit, eine Ariette vorzutragen.

Chorleiter Lothar Welzel, der ganz nebenbei witzige Anmoderationen setzte, hatte als Gastkünstlerin die Sopranistin Emily Jane Dilewski eingeladen. Sie pantomimte im lachsroten Kleid zu ihrer stimmakrobatischen Vorstellung als hübsches Robotermädchen Olympia aus Hoffmanns Erzählungen unbeschreiblich unterhaltsam, lustig und einfach klasse. Es wurden die vielleicht schönsten Minuten Musik, die das Haus Am Pütt bislang erleben durfte. Bereits zu Anfang des Monats hatte Dilewski in Duisburg bei den Vorauswahlen zum Bundeswettbewerb Gesang Berlin auf ihre einnehmende Weise überzeugt.

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Noch manch Erstaunliches, wie eine in manischer Hochgeschwindigkeit abgespulte Szene aus der Oper "Der Mond", bei der Tobias Holitschke und Jürgen Wieschmann mit Soloeinsätzen überzeugten, oder ein eingebauter Schuss beim "Kriminaltango", überraschte. Dass Welzel auch ein hervorragender Pianist ist, konnte er bei dem mitunter leierkastig anmutenden "Souvenir de Porto Rico" von Louis Moreau Gottschalk zeigen. Eine Tiefendemonstration der zehn zweiten Bässe hallte lang nach. Wie gut das Gesamtpaket geschnürt war, bewies sich, als das Publikum mitgerissen "Mir ist manches schon passiert, aber so etwas noch nicht" mitsang und zum "Weibermarsch" klatschte. Am dritten Adventssonntag, 14. Dezember, wird der MGV nach dem Frühjahrskonzert in Velbert und der norwegischen Sommerreise dann als winterlichen Abschluss des Jubiläumsjahres sein Weihnachtskonzert samt Harfenbegleitung präsentieren. Im Internet ist der Chor unter "http://facebook.com/saengerkreis" vertreten.

(lard)