Wülfrath: "Rubber Souls" im Würg: Yeah, yeah, yeeeahhh!

Wülfrath: "Rubber Souls" im Würg: Yeah, yeah, yeeeahhh!

Für die Rubber Souls ist Wülfrath nahezu das, was für die Beatles Liverpool war: ein Stück Heimat. Seit Jahren kehrt die Beatles-Coverband regelmäßig zurück auf die Bühne im Würg am Hammerstein und lässt die Sixties noch einmal auferstehen.

Böse Zungen könnten also behaupten: So ein Abend mit den Rubber Souls ist ein Seniorentanztreff der anderen Art. Dass dies aber so nicht ganz stimmen kann, zeigt ein genauerer Blick ins Publikum, und da ist an diesem Abend jemand, der den Altersdurchschnitt des Publikums von etwa 65 mächtig nach unten drückt: Der elf Monate alte Sohn von Sänger und Leadgitarrist Toto Löhnert. Auf dem Schoß seiner Mama, mit Schnuller und riesigem Kopfhörer ausgestattet, groovt der kleine Mann in seinem ganz eigenen Takt zu den musikalisch perfekt gecoverten Songs wie "A hard days night" oder "I saw her standing there". "Der Kleine soll doch mal sehen, was der Papa so macht und ob sich das überhaupt lohnt, dass der abends so oft weg ist", erklärt "Rastaman" Toto grinsend, irgendwann zwischen "Mr. Postman" und "I wanna hold your hand" und widmet sich dann wieder seiner Kapelle, die optisch so gar nichts mit den Pilzköpfen gemein hat, außer die schwarzen Anzüge, die weißen Hemden, die Krawatten, ebenso wie die Beatles sich in ihren Anfängen präsentiert haben.

Musikalisch lässt sich für das laienhafte Gehör eigentlich kein Unterschied ausmachen zwischen den Originalen und den Covern der Wermelskirchener Band. Schlagzeuger Bernd Alsdorf an seinem spartanischen Schlagzeug mit nur einem Hängetom und zwei Becken beeindruckt nicht nur mit seinem lässigen Spiel, sondern auch mit Gesangskunst, etwa bei "Yesterday". Das begeisterte, mitsingende Publikum dankt ihm mit tosendem Applaus, Frontmann Toto mit einer seiner zahlreichen Neckereien gegenüber den Bandkollegen. "Da sprudelten die Emotionen ja nur so aus dir heraus, du standest da wie ein junger Peter Alexander". Es ist die Spielfreude, dieses untereinander blinde Harmonieren auf musikalischer und menschlicher Ebene, das diese Coverband ausmacht und ihr lockerer Umgang mit den rund 120 Besuchern, die im Rhythmus wippen, ein wenig swingen, in sich versunken in Erinnerungen an vergangenen Zeiten schwelgen und natürlich textsicher mitsingen.

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"Ich habe meine Mutter hierhin eingeladen", erzählt eine junge Frau, "es war eine gute Entscheidung - was für eine tolle Band." Bei "Let it be" und "Hey Jude" mischen sich die vier Musiker zum Abschied unter das Publikum.

(dani)
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