Rhododendron in Wülfrath: „Ein Radikalschnitt schadet nicht“

Offene Gartenpforte : Rhododendron steckt den Radikalschnitt locker weg

Beim Obst- und Gartenbauverein Neviges kann man nicht nur lernen, wie Rhododendron gestutzt wird.

Seit Jahrzehnten pflegen Gerlinde und Hans-Joachim Kuhle auf ihrem rund 800 Quadratmeter großen Grundstück in Rohdenhaus Grünpflanzen. Auch drei buschartige Rhododendrons, die mit den Jahren ordentlich an Masse zugelegt haben, lassen sich in dem weitläufigen Garten finden. „Ein Rhododendron wuchs uns bereits über das Gartenhaus“, erinnert sich Gerlinde Kuhle, die sich an den Pflanzschnitt all die Jahre nicht selbst gewagt hat. Erst der Obst- und Gartenbauverein Neviges stutzte die beliebten Pflanzen im Vorjahr auf eine beschauliche Größe herab. „Die Pflanzschnittaktion des Vereins lockte damals 36 Besucher in unseren Garten“, erzählt Hans-Joachim Kuhle, der in diesem Jahr erneut seine Gartenpforte öffnete. „Wir wollten gemeinsam begutachten, wie sich die Pflanzen nach dem Schnitt entwickelt haben.“

Obwohl die Alpenrosen - wie Rhododendrons auch genannt werden - durch einen vereinseigenen Fachmann im vergangenen Jahr einen regelrechten Radikalschnitt erhielten, erstrahlten die anfänglichen „Stumpfe“ in diesem Jahr in neuem Glanz. „Es ist wichtig, dass man die Sträucher so weit zurückschneidet, dass in den Innenbereichen wieder ausreichend Licht gelangen kann“, erläutert Familie Kuhle, die sich so einige Tricks abgeguckt hat. „Man darf nicht zimperlich sein. Sonst vertrocknen die Pflanzen innerlich.“

Auch Gerd Teichmüller zeigte sich von der neuen Blätterpracht des Rhododendrons sichtlich begeistert. „Die Pflanzen sehen aus, wie neu gesetzt. Mit einem gescheiten Schnitt kann man aus einem alten Strauch einen nahezu neuen machen“, ist sich der Vereinsvorsitzende sicher. Eigentlich sollte in diesem Jahr nochmals die Gartenschere angesetzt werden. „Das war aber nicht nötig. Die Pflanzen sind so gut gewachsen, dass man nicht noch einmal nacharbeiten musste“, erklärt Hans-Joachim Kuhle, der sich stattdessen mit weiteren Fragen an den Verein wandte. „Wir sind dem Verein im vergangenen Jahr beigetreten und haben seitdem auch eine Menge über unseren eigenen Garten gelernt.“

Hilfe zur Selbsthilfe lautet die Devise des Vereins, der einmal im Monat eine Informationsveranstaltung für die rund 150 Mitglieder veranstaltet. Nicht selten werden dabei heimische Gärten besucht. „Wir haben keine eigene Gartenschule, sondern bestehen nur aus Privathausbesitzern, die sich gegenseitig bei Problemen behilflich sind“, erklärt Teichmüller die Vereinsintention.  So findet stets im Frühjahr ein Obstbaumschnitttag statt. Auch die beliebte Pflanzenbörse, die jeweils zu Jahresbeginn in Neviges initiiert wird, gehört seit Jahrzehnten zum Traditionsereignis. „Unsere Mitglieder ziehen Setzlinge, die während der Pflanzenbörse an Interessierte kostenlos verteilt werden.“ Im vergangenen Jahr feierte der Obst- und Gartenbauverein Neviges sein 80. Jubiläum.

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